Presseberichte

 
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Zum Werk
Rede von Professor Funke zur Eröffnung der Ausstellung am 14. Sept. 2002
“Rebellion der Seele - Bilder vom Rande der Gesellschaft”

Selten findet sich im Werk eines Künstlers eine so enge Verbindung von Kunst und Leben wie in den Bildern dieser Ausstellung. Der Betrachter findet sich inmitten einer "comédie humaine”, die wie Balzacs großer Zyklus alle Aspekte des Menschen in der Gesellschaft nicht zur zeigen sondern auch offen legen will.
Pinky führt sein Publikum unmittelbar an die Schauplätze unterschiedlichster Verhaltensweisen. Er tut dies nicht wie ein distanzierter Beobachter, sondern als direkt Beteiligter reißt er uns mit in den Strudel psychischer und psychosozialer Extremsituationen.
Damit zeigt sich der Maler fern von den oft sterilen Produkten gegenwärtiger Kunst, in denen vor lauter Theorie die sinnliche Ausstrahlung verloren geht. Pinky orientiert sich nicht an kurzlebigen Modeströmungen, er ist seinen schweren Weg allein gegangen, einen Weg, der konsequent und unverstellt die Persönlichkeit des Künstlers in seiner Kunst und durch die Kunst preisgibt. Pinky versteckt sich nicht hinter stilistischen Floskeln: seine Bilder sind keine Geheimnisse, sondern Offenbarungen. Mit rigoroser Aufrichtigkeit berichten die Sujets von erlebter Realität -auch der Realität von Träumen und Visionen. Diese Realitäten erfährt der Betrachter nicht als Kopie oder Wiederholung sondern als malerische Übersetzung und Steigerung.
Pinkys Welten sind Einblicke in das "große Welttheater”, die im Ausschnitt das Ganze enthalten, die von Details überquellen und neben dem Hauptmotiv zahlreiche Nebenszenarien zeigen. Immer wider eröffnen sich neue Bildräume, in denen man sich verlieren kann. Visionen und Halluzinationen sind dabei die unerschöpflichen Quellen der Inspiration des Künstlers.
Die Werkgruppen der Ausstellung sind zugleich die thematischen Schwerpunkte in Pinkys Arbeit.

1.
Das zentrale Thema ist und bleibt der Mensch: es ist letztlich der Künstler selbst,
-der Blick in seine Vorstellungswelt
-der Blick auf die Welt und auf andere Menschen
-der Blick auf die Befindlichkeiten der Menschen und schließlich
-der Blick in psychische Ausnahmesituationen.
Pinky zeigt Diebe und Zocker, Zuhälter und Kiffer - aber auch Glücksucher und Sammler.
Niemals aber ist Pinky der nüchtern darstellende Porträtist, er ist vielmehr selbst in jedem Bildnis emotional präsent und "setzt uns gleichsam seine Augen auf “ (Schopenhauer), mit denen wir nun wahrnehmen, also etwas für -wahr- nehmen.

2.
Pinkys Lebensgeschichte erscheint in der Themengruppe "Haftbilder” in malerischer Transformation. Zu beachten ist, dass hier die Welt der Gefangenen nicht aus der Sicht eines Sozialarbeiters oder Therapeuten, sondern aus der teilnehmenden Beobachtung eines Betroffenen gezeigt wird.

3.
Stadt und Natur als äußerer Lebensraum des Menschen werden oft in heiterer Stimmung in überraschend heller und leuchtender Farbigkeit gemalt. In dieser Thematik entwickelt Pinky ein reiches Kolorit in vielfältigen Nuancierungen.

4.
In der Themengruppe "Musik” wird das emotionale Moment besonders akzentuiert, da je die Musik - aber auch die Malerei - traditionell besonders stark emotionsbestimmt sind. Pinky findet hier besonders expressive Formen der Darstellung der Musik, indem er musizierende Menschen einfühlsam vorstellt.

Hinter dem starken Ausdruck der Kompositionen zeigt sich dann auf den zweiten Blick der äußerst sensible Umgang mit der Farbe als Ausdrucksträger. Pinky verwendet sie in immer neuen Differenzierungen: Stets werden Farbklänge mit zahlreichen Brechungen und Varianten angereichert, die allen Bildern eine vibrierende Oberfläche verleihen. Diese Variationen der Farbe finden ihre Entsprechung in der Vielfalt des Farbauftrags. In einer ungekünstelten Handschrift trägt der Künstler seine Farben demonstrativ gestisch auf, damit wird die Geste des Malers, wird der Vorgang des Malens zum sichtbaren Teil des Bildes.
Am stärksten verdeutlicht sich Pinkys malerische Position darin, wie er die expressiven Passagen seiner Bilder einer rationalen Bildordnung unterwirft. Jedes Bild in jedem Format ist von einer eindeutigen Komposition beherrscht, das heißt, Pinky ist kein Maler, der unkontrolliert hinschreibt, was ihn gerade bewegt : er ist vielmehr ein Künstler, der eine überlegte Balance zwischen Empfindung und Rationalität zu finden weiß.
Jedes einzelne Bild ist ein besonderes Ordnungsgefüge, in dem Kontraste spannungsvoll gegeneinander ausgespielt werden, wie etwa Linien und Flächen, Groß- und Kleinformen, Einzelformen und Formgruppen, Helligkeiten und Dunkelheiten, reine und getrübte Farben. Diese komplementären Vielheiten sind aber jeweils zu einer Bildeinheit zusammengefügt, es lässt sich sogar von einem Sinngefüge sprechen, wobei das Sinnganze durch die Thematik definiert ist.


Zum Handwerklich-Technischen in der Malerei Pinkys

Alle Bilder sind in rascher Abfolge und oft in kurzer Zeit gemalt worden, das bedeutet jedoch nicht, dass sie flüchtig gemalt wurden. Oft sind gerade die Passagen, die beiläufig erscheinen, diejenigen, an denen am sorgfältigsten gearbeitet wurde. Hierzu bedient sich Pinky der klassischen Materialien der Malerei: Ölfarbe (gelegentlich ergänzt durch Dispersionsfarben) und Leinwand. Er bleibt bewusst im Rahmen malerischer Tradition.
Angesichts des malerischen Reichtums bei Pinky stellen sich zwei Assoziationen ein. Da ist einmal die "Fülle der Gesichte”, von der Faust (bei Goethe) in seiner Studierstube spricht. Ähnliches erlebt Pinky, wenn er sagt, dass seine Malerei mit dem Strom innerer Bilder kaum Schritt halten kann.
Zum zweiten erfüllt Pinky die Forderung Albrecht Dürers (im Entwurf zu "Speis der Malerknaben”- 1512), ein guter Maler müsse "inwendig voller Figur “sein. In der Tat ist Pinky voll innerer Bilder, die aus den unerschöpflichen Quellen seines Unterbewusstseins sprudeln. So sind seine Bilder keine Rätsel, die nach einer Lösung verlangen, sondern sind unmittelbarer Ausdruck eines unverwechselbaren künstlerischen Menschen.

© Prof. Jost Funke

Zwei Presseartikel

Bremen, den 18.September 2002

„Malerei als Rebellion der Seele“
Pinkys Bilder in der Galerie Andalusien Art
Von unserer Mitarbeiterin Donata Holz

Worpswede. Verzerrte Gesichter, erschrockene Augen, deformierte Köpfe ... die Menschen in den Bildern von Pinky haben eine ungewöhnliche Physiognomie. Diese Menschen wirken brutal und sensibel, verloren und aggressiv zugleich. Entstanden und zu verstehen sind sie aus der ungewöhnlichen und wechselhaften Biografie des Malers, der seine Arbeiten jetzt in der Galerie Andalusien Art präsentiert.
Pinky wurde 1957 als Sohn einer Jüdin geboren. Misshandelt von Stiefvätern, verbrachte er einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend in Heimen und Pflegefamilien. Gleichzeitig musste er das Gymnasium verlassen, Er brach eine Lehre ab, als er von dem Fahrer der Firma vergewaltigt wurde. Die Möglichkeit, als Zeitsoldat unterzukommen, zerschlug sich nach einem Unfall. Zu diesem Zeitpunkt, so beschreibt es der Maler selbst, war er desillusioniert und traumatisiert. Er wurde kriminell und landete im Gefängnis, wo seine Begegnungen ihm halfen, einen neuen Lebensinhalt zu finden.

Mehrjährige Haftstrafe


Während einer mehrjährigen Haftstrafe teilte er die Zelle mit einem Kunstfälscher und einem Wirtschaftskriminellen, der als Sammler von Gegenwartskunst galt. Der Austausch mit ihnen machte Pinky mit Kunst vertraut, er begann mit der Malerei. Er erfuhr, dass sie Kräfte und Erkenntnisse im Menschen freisetzen kann. Sie wurde zu seinem Lebensinhalt.
Gleichzeitig holte er sein Abitur nach und studierte dann Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Fernuniversität in Hagen. Dennoch arbeitete er nach seiner Entlassung 1995 in einem Schlachthof, bis er sich bei einem Unfall die Wirbelsäule brach und arbeitsunfähig wurde.
Gleichzeitig hatte er nach seiner Entlassung über 250 Bilder gemalt, die ebenso wie die 50 Arbeiten seiner ersten Ausstellung 1997 verkauft wurden. Die Flut der Bilder, die dem Maler durch den Kopf strömt, setzt er in seinen intensiven Schaffensprozessen, während derer er Tag und Nacht arbeitet, um.
Die Tiefen des Lebens, die gefühlten und erlebten Abgründe der Menschen werden in seinen Bildern deutlich und schonungslos dargestellt. Erfahrungen und Beobachtungen der Gesellschaft, der Menschen, die ihn geprägt haben ebenso wie der Blick auf sich selbst und seine Seele, werden auf der Leinwand durch kraftvolle Farben und expressive Striche lebendig. Die teilweise deformierten Köpfe sind der Spiegel für das Gefühl des Künstlers zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst.
In den Bildern von Pinky trifft der Betrachter auf den „Maskensammler", der für jede Gelegenheit ein anderes Gesicht bereithält. Es sind der Trinker in der Kneipe, der Kiffer oder Dieb, die in den Bildern des Malers Gestalt annehmen. Und die Straßen einer Stadt erzählen von den Dramen, die sich dort abspielen. Ein anderes Bild zeigt den Künstler selbst, wie er sich „Vor, während und nach der Haft" sieht. Vorn großen kräftigen Mann mit groben Gesichtszügen hat er sich über den Fragenden zu einem kleineren sensiblen Mann entwickelt, dessen Gesicht jedoch offener und klarer geworden ist.
Die Bildsprache von Pinky lässt sich keiner Stilrichtung zuordnen. Er malt stets mit Ölfarbe auf Leinwand, wobei seine Striche aus seinem tiefen Inneren, nahezu explosionsartig direkt auf die Leinwand zu strömen scheinen. Seine Malerei ist „Eine Rebellion der Seele vom Rande der Gesellschaft". • Zu sehen ist die Ausstellung in der Galerie „Andalusien Art" Öffnungszeiten: mittwochs bis sonnabends von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

Osterholz, den 18. September 2002

Kanal für Unterbewusstsein öffnen
Rebellion der Seele - Vom Rande der Gesellschaft


Worpswede (cvl). So einzigartig die Bilder des Malers „Pinky" sind, so außergewöhnlich ist auch der Weg, der diesen Menschen zur Kunst, zur Malerei führte. „Pinky" ist ein Pseudonym, eigentlich ein Knastname.
1957 wurde „Pinky" als nichtehelicher Sohn einer Jüdin geboren, die in der Schweiz die Naziherrschaft überlebt hatte. Seine Jugend verbrachte er in Heimen und Pflegefamilien, war häufigen Misshandlungen ausgesetzt. Das Gymnasium verließ er vorzeitig, eine Lehre brach „Pinky" ab, der Wunsch, als Zeitsoldat Geld zu verdienen, zerschlug sich nach einem Unfall, den ein Betrunkener verursacht hatte. Da er sich auf einen kriminellen Pfad einließ, war es für ihn selber nur eine Frage der Zeit, wann sich Gefängnistüren hinter ihm schließen würden.
Während einer jahrelangen Haftzeit begegnete „Pinky" der Kunst. Seine Zellengenossen waren ein bekannter Kunstfälscher und ein Wirtschaftskrimineller, der in seinen guten Zeiten als Konzernchef Kunstmäzen und Sammler gewesen war.
In der Haft absolvierte „Pinky" das Abitur, das Studium der Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Fernuniversität Hagen - und er malte. Aus Materialmangel wurden die Zellenwände zu Bildträgern, das hatte er von dem Kunstfälscher übernommen.
1995 wurde „Pinky" aus der Haft entlassen und verdiente bis 1997 seinen Unterhalt als Metzger, bis er durch einen Unfall, der zu einem Wirbelsäulenbruch führte, arbeitsunfähig wurde. Eine bescheidene Rente und der Verkauf seiner Bilder müssen ihm nun seinen Lebensunterhalt sichern. „Pinky" sagt von sich selbst, er sei ein von der Malerei Besessener, aber das ließe ihn wissen, dass er lebe. Im ersten Jahr nach seiner Entlassung malte er 250 Bilder, die allesamt verkauft wurden. Seine erste Ausstellung hatte er im Jahre 1997.
In der jetzigen Ausstellung der Galerie Andalusien Art in Worpswede werden 70 Bilder des Malers im Original gezeigt. Außerdem findet sich noch ein Bildkatalog mit vielen anderen Werken des besonders produktiven Künstlers.
„Das erste Bild zu einer Themengruppe öffnet immer den Kanal für das Unterbewusstsein ", berichtet er. Dieses erste Bild würde auch am längsten brauchen bis es fertig gestellt ist, die folgenden erschließen sich dann sehr schnell. So ist dann auch die Arbeitsweise des Malers sehr schnell und daher sehr produktiv, was an der Fülle der inneren Bilder liegt, die der Künstler nach außen bringen möchte. Oder sollte man besser sagen, nach außen bringen muss?
Schonungslose Offenheit begegnet dem Betrachter. Die Welt in ihren Niedrigkeiten wird dargestellt genauso wie eigene erlebte Realitäten, wie Träume, Visionen. Und immer ist es der Blick des Malers, durch den der Betrachter auf Szenarien mit Zuhältern, Dieben, Kriminellen, Alkoholikern und anderen Außenseitern schaut. Häuser und Stadtviertel bieten eine Kulisse für menschliche Dramen. Auch für das eigene Drama. Der schonungslose Blick ist nicht nur auf andere gerichtet, auch dem Künstler selbst gilt er, kehrt das Innere nach außen.
Öl und Leinwand, diese klassischen Materialien erfahren durch die expressionistische, eigene Arbeitsweise von „Pinky" eine besondere Dynamik, verlassen, wie auch die Themenwahl, bekanntes Terrain.

 

 

About the work

A speech by Professor Funke at the opening event for the exhibition “Rebellion der Seele – Bilder vom Rande der Gesellschaft” [“Rebellion of the spirit – images from the edge of society”) on September 14, 2002

It is rare that one finds in the work of an artist such a close connection between art and life as in the images in this exhibition. The viewer finds himself at the centre of a comédie humaine, which like Balzac’s great cycle of novels seeks not only to show, but also to reveal, all aspects of man in society.

Pinky leads his audience directly to those places which are the stages for the widest possible variety of forms of behaviour. He does this not as some distanced observer, but like a direct participant he carries us with him into the maelstrom of mental and psycho-social extremes.

In doing so, the artist shows himself to be far removed from the often sterile products of contemporary art, where sensual radiance is lost to rigid theory. Pinky is not oriented towards the short-lived fashions of the moment, but has travelled his own, difficult path – a path which attests consistently and without disguise to the personality of the artist in his art and through art. Pinky does not hide behind hackneyed expressions of style; his images are not secrets, but revelations. With rigorous honesty, the subjects tell of lived reality, including the reality of dreams and visions. The viewer experiences these realities not as a copy or a repetition, but as an artistic translation and intensification. Pinky’s worlds are insights into the “grand world theatre” – insights which encompass the whole in a small section, which are overflowing with details, and which illustrate numerous secondary scenarios alongside the main motif. New realms of images open up repeatedly, as spaces in which one can lose oneself. Visions and hallucinations are the inexhaustible sources of the artist’s inspiration for this.
The groups of works in the exhibition are simultaneously the areas of thematic focus in Pinky’s work.

1. The central theme is at all times man as individual: ultimately, it is the artist himself,
- the insight into his world of the imagination;
- the view of the world and of other people;
- the view of people’s states of mind, and lastly
- the insight into situations triggering exceptional mental states.

Pinky shows gamblers and thieves, pimps and pot-smokers – but also shows seekers after happiness and collectors.
However, Pinky is never the sober portrait-painter; rather, he is himself emotionally present in each portrait and ‘lends us his eyes, so to speak’ (to take up an idea from Schopenhauer), in order that we can now perceive through them – that is to say, that we can see something as true.

2. Pinky’s life-story appears in the themes grouped under “Prison images”, in an artistic transformation. It should be noted that here the world of the prisoner is not shown from the viewpoint of a social-worker or a therapist, but from the observations of an insider to the experience.

3. As external living spaces for man, the city and nature are frequently painted in cheerful mood, in surprisingly bright and radiant colours. In this set of themes, Pinky develops a rich colouring in diverse nuances.

4. In the themes grouped around “Music”, the emotional impetus is especially accentuated, as music – like art too – has traditionally always been particularly strongly determined by the emotions. Pinky finds especially expressive forms of representation for music here, as he empathetically depicts people making music.

Behind the strong expression of the compositions, it is only the second glance which reveals the extremely sensitive handling of the paint as a medium of expression. Pinky uses paint in ever-new nuances; constantly, colour harmonies are enriched with numerous mutations and variations, which cause the surface on all the pictures to vibrate. These variations in colour are matched by the range of methods in applying the paint. In a characteristic signature with no trace of artifice, the artist applies his paints in demonstrative gestures, as a result of which the artist’s gesture, and the process of painting, become a visible part of the painting.
The strongest expression of Pinky’s artistic position is shown in the way in which he subjects the expressive passages of his paintings to a rational arrangement of the images. Each painting in each format is governed by a clear composition – that is to say, Pinky is not an artist who puts onto canvas the feelings which are moving him at that moment, in an uncontrolled manner; rather, he is an artist who knows how to find a considered balance between sensitivity and rationality.
Each single picture is a specially structured arrangement, in which contrasts are played out against one another to exploit their tensions; thus one finds lines and areas, large-scale and small-scale forms, individual forms and groups of forms, lightness and darkness, pure colours and opaque colours. These complementary diversities are however brought together in each instance to form a single harmonic image – one could even speak of an arrangement of the senses, with the entirety of the sensual responses being defined by the theme.

Some observations on the technical craftsmanship in Pinky’s paintings: all the pictures are painted in a rapid sequence and often in a short period of time, which is not to say that they are painted in haste. Often it is precisely the passages which appear to be casually handled which have been the most carefully worked. For this, Pinky uses the traditional materials of painting: oil-paint (occasionally supplemented with emulsion paints) and canvas. He remains consciously within the framework of the artistic tradition.
In view of the wealth of artistic ability which Pinky demonstrates, two associations spring to mind. One is the “wealth of the spirits” of which Goethe’s Faust speaks in his soliloquy in his study. Pinky experiences something similar when he says that his painting can barely keep pace with the flow of internal images.
The second association is that Pinky is fulfilling the demand made by Albrecht Dürer (in his draft for the work “Speis der Malerknaben” of 1512), where he says that a good artist must be “a full figure within himself”. In actual fact, Pinky is full of inner pictures, which spring from the inexhaustible wells of his sub-conscious. Thus his paintings are not puzzles which call for a solution, but a direct expression of an unmistakeable artistic individual.

© Prof. Jost Funke

Article in Lilienthaler Anzeiger of Wednesday 19 June, 2002

Opening a channel for the subconscious

Rebellion of the spirit – images from the edge of society

The route by which the artist ‘Pinky’ came to art and to painting is every bit as unusual as the images he produces are unique. ‘Pinky’ is a pseudonym, but is actually the name he was given whilst in prison.

In 1957, ‘Pinky’ was born outside marriage, the son of a Jewish woman who had survived the Nazi period in Germany by escaping to Switzerland. He spent his childhood in care homes and foster homes, and was frequently exposed to abuse. He left school early, broke off an apprenticeship, and the aspiration to earn some money as a regular soldier fell apart following an accident caused by a drunk. After that he sought to earn a living from crime, and from that point on he saw it as only a matter of time until the prison doors shut on him.

During a lengthy spell in prison, ‘Pinky’ encountered art. His fellow cellmates were a well-known art forger and a white-collar criminal, who in earlier and better times as a company manager had been an art-lover and collector.

Whilst in prison, ‘Pinky’ passed the Abitur (equivalent to ‘A’ levels) and studied philosophy, psychology and art history by distance learning with Hagen University – and he took to painting himself. Lacking the necessary materials, he used the cell walls as the medium onto which he applied his work, a practice which he had taken over from the art forger.

In 1995 ‘Pinky’ was released from prison and until 1997 he earned his living as a butcher. Then an accident which resulted in him breaking his spine left him unable to work. From that point on, he had a modest pension and the sale of his pictures to support him.

About himself, ‘Pinky’ says that he is obsessed by painting, but it is what lets him know that he is alive. In the first year following his release, he painted 250 pictures, which were all sold. He had his first exhibition in 1997.

In this exhibition at the Andalusian Art Gallery in Worpswede, 70 pictures by the artist are being shown in the original. There is also a photo catalogue showing many other works by this particularly productive artist.

“The first picture in a themed group always opens up the channel for the subconscious”, he says. He says that this first picture always takes the longest to complete, and the pictures which follow come to him very quickly after that. Accordingly, the artist’s working method is very rapid and thus very productive, something which is attributable to the wealth of inner images which the artist wishes to externalise. Or perhaps, to put it more accurately, which the artist feels compelled to externalise?

The viewer encounters a pitiless openness. The world in all its degradations is shown just like personally experienced realities, like dreams or visions. And at all times it is the artist’s perspective through which the viewer sees scenarios with pimps, thieves, criminals, alcoholics and other outsiders. Houses and inner-city estates form the backdrop against which human dramas are played out. And this includes his own drama. The pitiless regard is not only directed towards others, but it also applied to the artist himself, taking what is internal and externalising it.

The traditional materials of oil and canvas are given a particular dynamism through the expressionistic, distinctive working method used by ‘Pinky’, and move away from the familiar, something also reflected in the choice of themes.

 

 

 

L'oeuvre

Discours du Professeur Funke pour l'inauguration de l'exposition
"Rébellion de l'âme – Des tableaux sur les êtres en marge de la société"
14 septembre 2002

Il est rare que l'oeuvre d'un artiste, comme c'est le cas des tableaux de cette exposition, lie aussi étroitement l'art et la vie. On se retrouve plongé dans une "comédie humaine", laquelle ne se contente pas de montrer, mais expose sans détours tous les aspects de l'être humain, comme c'est le cas dans l'oeuvre de Balzac.

Pinky confronte directement son public aux comportements les plus divers mis en scène dans ses tableaux. Son approche n'est pas celle d'un observateur à distance ; il se veut partie prenante et nous entraîne dans le tourbillon des situations psychiques et psychosociales les plus extrêmes.

L'oeuvre de ce peintre se distingue ainsi des produits souvent stériles de l'art contemporain, des produits "noyés" dans la théorie au point d'y perdre tout rayonnement sensoriel. Pinky ne se préoccupe guère des diverses tendances, toujours de courte durée ; son parcours lui est personnel, un parcours qui livre résolument et sans détours la personnalité de l'artiste dans son art et à travers l'art. Pinky ne se cache pas derrière des effets de style : ses tableaux ne sont pas des secrets, mais des révélations. Empreints d'une rigoureuse sincérité, les sujets évoquent une réalité vécue, de même que la réalité des rêves et des visions. Ces réalités ne s'expriment pas sous forme de reproduction ou de répétition, mais sous forme de traduction et d'intensification par la peinture. Les mondes de Pinky sont autant d'aperçus du "grand théâtre du monde", lesquels englobent la quintessence de ce monde, qui débordent de détails et présentent, outre le thème principal, un grand nombre de scénarios annexes. On découvre sans cesse de nouvelles perspectives dans lesquelles on peut se laisser emporter. L'artiste puise son inspiration dans les sources inépuisables que sont les visions et les hallucinations.
L'exposition regroupe les oeuvres de Pinky en fonction des grands thèmes de son travail.

1. L'être humain reste le thème central : il s'agit finalement de l'artiste lui-même,
- le regard qu'il porte sur son imaginaire
- le regard qu'il porte sur le monde et les autres
- le regard dans les situations psychiques extrêmes.

Pinky met en scène des voleurs et des joueurs, des proxénètes et des fumeurs de kif, mais également des aventuriers et des collectionneurs

Pinky n'est jamais un portraitiste objectif, il s'investit émotionnellement dans chaque portrait et "nous fait en quelque sorte mettre ses yeux" (Schopenhauer) avec lesquels nous allons non seulement voir, mais percevoir.

2. Le thème de la "Prison" reflète ses années de détention, une tranche de vie transformée par l'artiste. On remarquera que l'univers carcéral n'est pas abordé du point de vue de l'assistante sociale ou du thérapeute, mais à travers le quotidien et l'expérience d'un détenu.

3. La ville et la nature, espaces de vie extérieurs de l'être humain, sont souvent peints dans des couleurs étonnamment claires et lumineuses, évoquant une atmosphère de gaieté. Ce thème est décliné par Pinky dans une palette de couleur extrêmement riche et nuancée.

4. Le thème de la "Musique" met particulièrement l'accent sur l'émotion ; en effet, la musique, de même que la peinture, a toujours été fortement marquée par l'émotion. Pinky représente la musique sous des formes très expressives, en faisant preuve d'une grande intuition dans son approche des musiciens.

Par-delà l'expressivité extrêmement forte des compositions, on prend conscience, au deuxième regard, de la grande sensibilité dans l'utilisation de la couleur en tant que moyen d'expression. Pinky l'emploie dans toute sa diversité : les tons sont constamment enrichis par de nombreuses réfractions et variantes, lesquelles confèrent à tous les tableaux une surface vibrante. A ces variations de couleur correspond la diversité des applications de peinture. Le peintre applique ses couleurs dans une gestuelle démonstrative dénuée de tout artifice, le geste de l'artiste et le travail de la peinture devenant ainsi partie intégrante visible du tableau.
L'approche de Pinky est particulièrement mise en évidence par l'ordonnancement rationnel auquel il soumet les passages expressifs de ses tableaux. Chaque tableau, quel que soit le format, est sans conteste dominé par une composition. Pinky n'est pas un peintre s'adonnant à l'expression incontrôlée de ses émotions : bien au contraire, il est un artiste qui sait trouver un juste équilibre entre émotion et rationalité.
Chaque tableau est une structure ordonnée en soi, jouant des contrastes dans une opposition captivante, lignes et surfaces, grandes et petites formes, formes isolées et groupées, clartés et obscurités, couleurs pures et troubles. Ces diversités sont toutefois rassemblées pour former l'unité du tableau ; on pourrait même dire qu'il s'agit d'une structure sensée, le sens dans sa globalité étant définie par le thème.

Concernant la technique de peinture de Pinky :
Tous les tableaux ont été peints rapidement, les uns après les autres, souvent sur une courte période. Un travail certes rapide, en aucun cas superficiel. Les passages qui semblent accessoires sont souvent les passages qui ont été travaillés avec le plus soin. Pinky utilise le matériel classique du peintre : peinture à l'huile (parfois complétée par de la peinture-émulsion) et toile. Il s'inscrit volontairement dans une approche traditionnelle.
La richesse de cette peinture évoque deux associations d'idées. La première est "la profusion de visages" dont parle Faust (chez Goethe) dans son cabinet d'études. Il en est de même pour Pinky, lorsqu'il déclare que sa peinture peine à garder le rythme face à la quantité d'images intérieures dont il est submergé.
Pinky répond par ailleurs à l'exigence d'Albrecht Dürer (dans ses notes pour le projet de Traité sur l'art intitulé "Speis der Malerknaben"). Selon Dürer, un bon peintre se devait d'être "rempli d'images". Pinky porte en lui d'innombrables images qui émanent des sources inépuisables de son inconscient. C'est pourquoi ces tableaux ne sont pas des énigmes qu'il convient de résoudre, mais l'expression immédiate d'un artiste unique en son genre.

Prof. Jost Funke

Libérer le subconscient

Rébellion de l'âme – Des êtres en marge de la société

Les tableaux du peintre "Pinky" se distinguent par leur originalité et reflètent le parcours atypique qui a mené cet homme vers l'art, vers la peinture. "Pinky" est un pseudonyme, en fait un nom qui date de ses années de prison.

"Pinky", né en 1957, est le fils d'une juive qui a survécu à la période nazie en Suisse. Il passe sa jeunesse dans les foyers et les familles d'accueil, souvent victime de maltraitance. Il quitte le lycée avant la fin de ses études, puis cesse son apprentissage. Il décide de gagner sa vie en s'engageant dans l'armée, un projet avorté à la suite d'un accident provoqué par un conducteur sous l'emprise de l'alcool. En dérivant vers la délinquance, il a conscience qu'il finira tôt ou tard en prison.
Et c'est au cours d'un séjour de plusieurs années en prison que "Pinky" rencontre l'art. Il partage sa cellule avec un célèbre faussaire d'objets d'art et un criminel économique, autrefois patron d'un groupe, mécène et collectionneur.
Pendant sa détention, "Pinky" passe son baccalauréat, puis étudie la philosophie, la psychologie et l'histoire de l'art en suivant les cours par correspondance de l'université de Hagen. Il se lance également dans la peinture. Par manque de matériel, il se met à peindre sur les murs de sa cellule, une habitude contractée auprès du faussaire.
"Pinky" sort de prison en 1995 et gagne sa vie en tant que boucher, un métier qu'il exerce jusqu'en 1997. A la suite d'une fracture de colonne vertébrale provoquée par un accident, il n'est plus en état de travailler. Il vit dorénavant d'une modeste rente et de la vente de ses tableaux.
"Pinky" se décrit comme un obsédé de la peinture, une obsession qui lui permet de se sentir vivant. Au cours de l'année qui suit sa sortie de prison, il peint 250 tableaux qu'il a tous vendus. Sa première exposition a lieu en 1997.
La galerie "Andalusien Art" à Worpswede expose 70 originaux du peintre. Elle dispose également d'un catalogue des tableaux contenant bon nombre d'autres oeuvres de cet artiste particulièrement productif.
"Le premier tableau d'un thème libère le subconscient", déclare "Pinky". Il explique par ailleurs que ce premier tableau est également celui qui lui prend le plus de temps; les tableaux suivants semblent ensuite "couler de source", naturellement et rapidement. C'est pourquoi le peintre travaille très rapidement et se montre donc particulièrement productif, car il porte en lui de nombreuses images qu'il souhaite extérioriser. Plus qu'un simple souhait, il s'agit peut-être d'une nécessité ?
Face à ses tableaux, on se trouve confronté à une franchise sans détours. Le monde est représenté avec toutes ses bassesses, le propre vécu du peintre s'y reflète, de même que ses rêves et ses visions. Les scénarios mettant en scène des proxénètes, des voleurs, des criminels, des alcooliques et autres marginaux sont présentés à travers le regard que porte le peintre sur cet univers. Les immeubles et les quartiers sont autant de coulisses des drames humains. Egalement de son propre drame. Car le regard sans ménagements du peintre ne se pose pas uniquement sur autrui, mais également sur lui-même, extériorisant son monde intérieur.
L'approche expressionniste propre à "Pinky" confère une dynamique particulière aux matériels classiques que sont la peinture à l'huile et la toile, une dynamique hors des sentiers battus, comme les thèmes de ses tableaux.

 


Bruchsaler Schreiber
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