japanischer Ranzen Teil. 5

Brüghel der Ältere
Brüghel der Ältere
Cornelisz Vroom. Galeone. 1600. Ostindienfahrer
Cornelisz Vroom. Galeone. 1600. Ostindienfahrer

28. Februar 1600

Sanake Konshu. 34

Totschläger. Würfelspieler.

ehem. Fleischer und Mäster

 

war zu dieser Zeit schon fast in Hiakko, so der damalige mittlere Hafen, der von den Portugiesen und einmal im Jahr von den Spaniern auf ihrer Fahrt von Macao und China kommend, um Japan herum angelaufen. es wurde überall getauscht. ein- und verkauft, Vorräte aufgestockt, alles war von Wert, was die Seefahrer mitbrachten, um unter vollen Segeln zum Handel meist noch über Indien, dann gut beladen, zurück in die Heimat, die Portugiesen auf ihren großen Karacken und die Spanier in kleineren Galeonen, durch die Piraterie vor allen Küsten. fuhren.

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Er ritt die vereiste Strasse im langsamen Trab

hatte in seiner ledernen Satteltasche den Erlös der verkauften Affen- Geflügel- und Kleintier Mästerei, auch hatte er an dem Tag, die Nacht zuvor, Glück beim Spiel und Goldstücke dabei. Er hatte seine Frau mit einem einzigen Faustschlag auf die Kehle im jähen Zorn und Wut nach tagelangem Streit, wo er gar nicht mehr wusste, warum dieser eigentlich entstanden war, wahr nur, das sie nun tot und er sogar am nächsten Tag mit durchziehenden Kaufleuten Würfel gespielt hatte, obwohl die Tote im Hause lag und er wegen Mordes angeklagt werden konnte, da dieser gezielte Schlag, aber er wollte nicht ihren Tod, nur das sie endlich Ruhe geben sollte, nun mitten im Winter auf der Flucht und er wusste, dass ein Steckbrief von ihm bestimmt schon angefertigt und bald verteilt im Lande hing.

 

Am nächsten Tag musste er in Hiakko sein, jede vergangene Nacht nur drei Stunden Schlaf, das Maultier musste vom mitgeführt- und gekauft-restlichen Kraftfutter kriegen, sonst hielt es nicht mehr durch, stirbt oder verweigert den Dienst. So ritt er an diesem 28. Februar durch den schönen Wintertag bis weit in die Nacht, schlug sein kurzes Lager und fegte mit den Füßen den Boden auf, um an vereistes, altes Gras zu kommen, auch schnitt er Rinde vom Baum für das hungrige, abgemagerte Tier, dann legte er sich in Fell und Tuch gewickelt für die kurze Zeit hin, bis er wieder von alleine wach wurde, da bestimmt verfolgt. Er würde im Sattel etwas gekauftes Walfleisch 

Hokusai
Hokusai

und Tang essen, auch hatte er noch 2 kleine Reisbällchen in Papier gewickelt mit dabei. morgen gegen Mittag würde er in der Stadt. dann müsse er sehen, wie er aufs Festland, aus Japan fort. kommen konnte, hier war keine Zukunft mehr zu sehen. Wenn er nicht getötet wurde, würde er als Sklave in der Mine, im Steinbruch, als Strafholzfäller oder im Wege- Straßenbau, im Gefängnis verrotten. Da war es besser, er flieht, ging es ihm wie nach der Tat durch den Kopf, er musste nur eine Überfahrt bekommen.

 

1. März

Vorsichtig ritt Sanake. Konshu. 34 von einem Hügel herab in die Hafenstadt hinein, hatte den Strohhut 

fest um den Kopf- die ledernen Handschuhe mit offenen Fingern in der Sonne glänzten und der in

blauem Tuch und weich gegerbtem Fell gekleidete Fremde fiel nicht sonderlich auf, als er langsamen Schrittes die Strassen entlang, um

eine Ecke über eine Kreuzung direkt ins Hafengebiet vordrang, wo er

auf einen Straßenhändler stieß und mit einer Münze nach dem Tag

fragte, ob viel los sei und wo er sein Maultier unterstellen konnte,

wo er zu essen und Schlaf bekam. Er sei ein Kaufmann auf der Suche nach einer Überfahrt aufs Festland, um Geschäfte zu machen. Ob die Stadt auch sicher wäre, der Sake und die Küche, die Polizei wachsam und gut gestellt. Und ob viele Schiffe im Hafen wären, was der Händler alles bejahte und sich über die Münze freute. sein Tag gerettet. die

kleine Familie ihn loben, wenn er noch was dazu verkaufen konnte

und fast schon übermütig erklärte er Konshu den weiteren Weg, wo er Herberge finden konnte und sich anmelden. es würden Wachen direkt

am Hafen. auch Zoll und andere Beamten waren dort verteilt und etwas später sah Konshu auf das Gewimmel, das Treiben an den vielen verschiedenen Schiffen. Boote. Nachen und Flöße. auf die Arbeiter und die vielen Schauerleute, Karren und Wägen, die hin und her fuhren. gezogen wurden. auf den Kran, der gerade ein Christenschiff belud.

auf die Fisch- und Walfleisch Händler.


 

jap. Fischmarkt
jap. Fischmarkt
frans snyders
frans snyders

auf die Räucher- und Trocknerei, auf die Wäscher- und Käuferinnen, auf das ganze Gewusel in einer größeren Hafenstadt.

Auch wurde fast direkt am Hafen Walöl gekocht und ganze Fuhren von Last-, Waren und Holz, auch kleinere Vieh wurden dauernd bewegt.

etwas oberhalb lagen eine Segelmacher- und eine Seilerei.

Viele Einkäufer, kleine Gruppen von Menschen kamen von überall und kauften oder besichtigt- bestellten Ware oder Fisch, schauten bloß oder verschwanden im Getümmel, ohne das man sie wieder sah. Auch waren Bettler, Blinde und Kranke zu sehen, die sich schwer genug taten, in dieser Zeit zu überleben, wo der Einzelne nichts, nur die Gemeinschaft Sicherheit bot.

In einem Land, wo fast auf alles die Todesstrafe fiel, ein Land mit

über 20 Millionen Einwohner, davon 35 Prozent Samurai.

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8. auf 9. Januar   Poststation Ageo  

Hiroshige
Hiroshige

Die einfache, doch robuste Dame (yamauba)

Molishi. Yumati. 29

 

wies ihren Begleiter, den Sohei

uemura shoen
uemura shoen
moderne Sohei
moderne Sohei

Umigi Sano auf

die hingestellte Tasche hin, worin ihr Söhnchen Kensai

in einem sauber und warmen Tuche sich befand. sie

auf ihren Kiri Geta stand und sich leise drehte, weil der

Wind, nur ruhige Töne. eine Kana Notation herüber trug

und sie einen Moment im Kani Garten, aus den Toga

Bergen. ihre Ahnen. sie war angelangt.

Wo beide Chinesen, schwer betrunken, nach lustigem,

auch derberen Vergnügen suchten und hinter den beiden

in die Poststation eintraten, die nun voll war. Zwei Huren,

der Wirt, drei Gäste und der Kutscher mit seinem Hund,

die alle über Nacht blieben, ein Samurai und der blinde

Flötenspieler, der als letztes herein kam.

 

Yumati und ihr Sohei setzten sich an einen niederen, freien Tisch,

wo der Wirt schon Tee zubereitet und den beiden brachte, die ihn

genüßlich in kleinen Schlucken zu sich nahmen.

Die Tuchhändler

 

in ihrer schweren Kleidung und voller Waffen legten diese, zogen die Mäntel und die Helme ab, setzten sich ebenfalls und verlangten sogleich frischen Sake oder anderes Starkes. Der Flötenspieler setzte sich in der rechten Ecke unter das Fenster und der Wirt brachte ihm auf Geheiß des Samurai eine heiße Gemüsesuppe, dazu etwas Bohnen, Reis und kleine Fetzen Fisch, alles dieser schnell aufgegessen, sich bei dem Samurai bedankte

und in die Runde fragte, ob die Herrschaften ein Lied seiner Flöte hören wollten, was jeder begrüßte, die Laterne an der Decke verbreitete ein warmes Licht, ebenso die kleine Feuerstelle inmitten und der meditative schöne Ton der Shakuhachi erfüllte den Raum, es waren melodische, auch einzelne gleitende Töne, die auch zur Erleuchtung führen konnten.

Komusu
Komusu

Die zwei Chinesen tranken aus kleinen Schalen heftig und animierten die Huren zum kosten, was diese lachend und mit heftiger Gestik dann auch machten, die Stimmung der vier wurde immer laut-, derb- und vulgärer, was den anderen Reisenden egal war, man konnte schnell

in Schwierigkeiten kommen, wenn man nicht aufpasste. Der Samurai hörte den leisen Bambusflötentönen zu, die Dame mit ihrem Begleiter unterhielt sich, wobei der Mönch den Kleinen in der Tasche hin und her bewegte, ihn schaukelte, dieser tief schlief, nachdem er gereinigt

und mit Sojamilch gefüttert war, der Wirt mit Nachschenken beschäftigt, die drei Gäste würfelten auf dem Boden. alle saßen auf Tatamis mit kleinen Kissen. die Stimmung war gelöst und die Chinesen fingerten

an den Darstellerinnen. eine kicherte schon fast barbusig in den flackernden Feuerschein. die andere wollte mit dem größeren in den Stall gehen, er sollte ihr folgen, wo sie beim Aufstehen beinahe schon hinfiel. Dann stand sie, drehte sich um, stolperte und fiel in den Rücken

des Sohei, der sie ärgerlich beim Umdrehen von sich stieß, sie hinfiel und jämmerlich schrie in ihrer Trunkenheit, ein Busen blank, die Kleidung aus Leinen, derbe geschnitten, nun an einer Seite aufgerissen und sie rollte sich auf alle viere, stand auf und hieb auf den Mönch mit ihren

kleinen Fäusten total betrunken ein, worauf dieser die Hure einfach niederschlug und sich wieder setzte.

Stille, sogar die Flöte verstummte für wenige Augenblicke, dann setzte der Größere, wollte sich in Szene setzen, stand wie ein Dämon jähe auf und griff nach seinem Schwert, als er schon eine Klinge am Halse spürte,

die der Mönch, bereit zum Stich mit der Rechten, führte. Molishi Yumati die Tasche mit ihrem Söhnchen hinter sich stellte und ein Tanto fast ganz aus der Scheide zog. Der Samurai sich alles mit freundlichem Blick beschaute, die drei Würfler aufgesprungen und in der Ecke eng zusammen, der Wirt, den Feuerhaken in der Hand, an seiner Feuerstelle wieder in die Hocke ging. der Chinese langsam seinem Freund die Hand ausstreckte und ihn zu sich zog, die Stimmung wurde wieder freundlich, die Shakuhachi gab ihre Töne und der Kutscher beruhigte seinen Hund, der knurrend am Halsband zog.

 

Gegen Mitternacht die drei, weil billiger, in den Stall zum schlafen, ausgestattet mit warmen Decken, die anderen sich im Postraum rund ums Feuer legten, der Mönch mit der Dame in das einzige Zimmer ging, was dem Samurai egal war, auch er hatte noch getrunken und war warm zugedeckt, ebenso wie der Blinde und ein jeder wollte am frühen Morgen nach einem Frühstück weiter. Der Kutscher schlief mit dem Kopf auf seinem Hund und schnarchte fürchterlich, der Wirt bis zum Hals in Fell ebenfalls dann, die Huren lagen total betrunken in den Armen der Chinesen, alles schlief und war friedlich, das Kohlenfeuer noch mal mit Scheiter aufgefüllt.

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Öl und Rampen

Lampen und Laternen

Räder Fass Schnitz-

Kerzenzieher- Dochterei.

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Säge- Latten, Bretter,

Bohlen und Kanthölzer

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Frau

Dr. Tunsire Muuniii. 36

(wathashi atai)

 

19. auf 20. Februar

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Durch die Brieftaube erfuhren sie, das es in der Silbermine

Hiroshige
Hiroshige

im Berg einen größeren Unfall mit vielen Verletzten gegeben hat und sie solle sofort mit ihrem Besteck kommen, was sie auch sofort tat. Es wurde gesattelt und sie ritt mit ihrem Vertrauten zuerst mit einer Fähre über den Fluss, auf dem auch Holz transportiert, eigentlich alles, was ins Land einwärts sollte. Dann durch den Wald auf sich windenden Wegen bis hinauf zur Mine, die zu hören war, bevor man sie erreicht hatte. Ein

Gewimmel von Männern, die sägten und die, die die Sägerei wieder in den Stollen verbrachten, andere, die Rund- und Kanthölzer, Stempel und Bretter hoch schafften und heraus geschafftes Geröll aus der Mine wurde einfach rechts den Berg hinunter geworfen und gestoßen, der Haufen im Tal durch wenige Bäume hindurch sich aufschüttete, überall vor der Mine waren die

heraus gebrachten, verwundeten Kumpel auf dem Boden liegend, viele noch im Berg. Staub hing in Luft, im Stollen musste das Atmen anstrengend sein.

 

Dr. Tunsire und ihr Vertrauter zügelten und stiegen aus dem Sattel, öffneten die Satteltaschen, worin die Schienen, Verbände, Medizin, Fetzen, Tücher, Pinzette, Säge, Messer, Klingen, verschiedene Nadeln, Faden und Schnüre, Zangen und Scheren.

 

Spiegel, Spatel und Bandagen sich befanden und der

Chef der Mine, der Beamte Sunimoto. Jarasi. 52 kam

und grüßte beide, diese sich sofort an die Arbeit machten. Der Arzt der Mine gab seinem Sanitäter gerade neue Anweisungen und grüßte ebenfalls, kam herüber

und berichtete von den Verwundungen, in der Hauptsache schwere Brüche, Kopf- Bein- Rumpf- und Armverletzungen. Sie arbeiteten alle, bis zur Erschöpfung tief in der Nacht, wo alles mit Fackeln beleuchtet wurde, die Kumpel in Zelten versorgt, alle am frühen

Morgen dann einschliefen. Die Mine war geräumt, jeder Arbeiter heraus gebracht, Dr.Tunsire in ihrem Zelt zur Ruhe kam.

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9. Februar 1600

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Kazu Sartori hatte die Nacht einigermaßen gut geschlafen,

die Wurzel- und Rindenmedizin, auch der Saft gepresster

Gräser und die gegorenen Nadeln der Eibe hatten die

Entzündung zwar nicht verhindert, aber noch nicht schlimm werden lassen, die große genähte Wunde nässte und war an den Rändern rot, alles war geschwollen, auch bekam er schlecht Luft durch die aufgeschnittene und genähte Nase. Auch über die Lippe und quer über die Stirn hatte der Spion ihn geschnitten, er fühlte sich schlapp und er bekam Fieber. Nach einem Tee auf dem frisch mit Pulver entfachten Feuer fühlte er sich in der Lage, in den Stall zu gehen und seine Tiere

zu versorgen, sie brauchten ihn, er dachte daran, einen

Gehilfen einzustellen, der Alte war mit seinem Hund von einem Bären getötet, ein Neuer noch nicht gefunden.

In seinem Stall waren der Büffel, ein Reh, ein chinesisches Schwein

chin. schwarzes Schwein
chin. schwarzes Schwein

und eine Voliere mit verschiedenem Geflügel,

auch Kaninchen, Tauben und ein zahmes Iltispaar zur Jagd lebten dort separat, der Hund würde beim nächsten Besuch in der Stadt oder von einem Züchter gekauft werden.

 

So verging der Morgen, ohne das Kazu Sartori schlapp machte, er säuberte sich mit heißem Wasser, wusch sich ausgiebig und bereitete seine Mahlzeit, als er durch Rufen auf seinen erwarteten Besuch aufmerksam wurde, er die Türe öffnete und den Pferdewagen mit dem Verwalter und seinem Gehilfen sah, die gerade vom Wagen stiegen und Sartori erstaunt musterten, was denn passiert sei.

 

Er erzählte alles, so wie es sich zugetragen hatte, zeigte die Leiche und sie tranken und aßen zusammen, was Kazu Sartori gekocht, beide beluden den Wagen mit dem Wild, auch das gefroren- abgezogene der letzten 14 Tage

Frans Snijders. Küchenbild
Frans Snijders. Küchenbild
Frans Snijders. Küchenbild
Frans Snijders. Küchenbild

da war eine kleine Menge zusammen gekommen und gut

verstaut wurde die Leiche des Spions mit samt seiner

Habe, die großes Erstaunen hervorgerufen hatte,

besonders das gehackte und gebrochene Silber. Japan war für die Welt ein wichtiger Edelmetall- Lieferant geworden, das Gold Silber und Kupfer war relativ

leicht zugänglich und in größeren Mengen vorhanden, aber dieses Silber würde untersucht und bestimmt wichtig. Er würde seinen Gehilfen mit einer Frau zu ihm schicken,

die er behalten konnte, wenn sie genau so tüchtig wäre,

wie Kazu Sartori. Er solle sich schonen, auch würde er

einen neuen Hund besorgen, sowie Sartori wieder in die

Stadt oder zu einem Züchter kommen könnte. Dann

verabschiedeten sich alle und der Jäger ging in seine

geräumige, mehrere Räume große, unterkellerte Hütte.

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Edo

8. April 1600      9 Uhr 35

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1 frei. räuberisch. ehemaliger Ronin. 42. a. d. Flucht gewesen.

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Aufgewachsen in einem Dorf in der weiteren Nähe

der Stadt Nagasaki 

wo er früh eine Ausbildung eines

Samurai bekam, die sein Vater finanzieren konnte.

Bis der Schulze des Dorfes, wo der erwachsene

Göres Muki seine Anstellung hatte, verstarb und der

neue Schulze ihn nicht wollte, er auf Reisen ging und

weitere Anstellung bei einem Straßenbauer als Aufsicht

fand. Dieses 4 Jahre gut machte, aus eigenem

Antrieb sich verändern wollte und auf einem Segler

zur Piratenabwehr angestellt wurde, wo er nach 3 Jahren

durch Mutlosigkeit bei einem Überfall wieder gekündigt

wurde, beinahe Selbstmord begehen musste.

 

Danach kam er in der Nähe von Fujiokosan wieder in

Dienst bei einer Transportgesellschaft, die er gegen

Räuber verteidigen sollte, bis er sich bei einem Überfall

an der Deichsel das Schienbein brach und nur mit

Spenden überleben konnte. Nach seiner Genesung

wollte ihn niemand mehr einstellen und er schlug sich mit

Gelegenheitsarbeiten gerade so durch, hatte nichts, außer

seiner Kleidung, ein Messer und seine Essstäbchen.

 

Das hielt er 5 Jahre durch und beging dann auf einer Lichtung entlang des Tsunaran- Weges seinen ersten Überfall, der nach seiner Aussage 14 Kupfermünzen einbrachte und einen kleinen Topf voll Reis. Es folgten immer wieder in wechselnder Besetzung mit Kumpanen Räubereien, wo der letzte 2 Silber- und 9 Kupfermünzen als Anteil für Göres Muki einbrachte. Außerdem verletzte er den Händler schwerwiegend und flüchtete auf einem gestohlenen Boot den Fluss hinunter, bis er einer Samuraiwache auffiel, die ihn festsetzte und dann übergab. Wo sich der Verbrecher zu erkennen gab, weil er 11 Tage hart angefasst, ohne Nahrung und bis zu 4 Tage ohne Wasser war. Dann wusste man alles aus seinen Geständnissen und überführte ihn nach Edo ins  Zentralgefängnis, wo er nun, um 10 Uhr 15 geschunden, dann hingerichtet wird.

japanische Hinrichtungsart. Edo- Zeit
japanische Hinrichtungsart. Edo- Zeit

Gemäß des Sengoku- des Bunkoku-hô und dem neuen, noch nicht gültigem Osadamegaki- Recht.

 

der     

Direktor

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Sozuno Morita

48 Jahre

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23. Januar 1601

nach der Schlacht.

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Saitama:

in einem solide gebauten, schönen und aus langem Erbe

mehrstöckig, mit gegrabenem Kellerfundament, im normalerweise und beschützten Haus ein Reiter kam, der angekündigt wurde.  die wohlerzogenen Kinder mit ihren Freunden irgendwo im Haus. in den angrenzenden auch das gesamte Vieh und die wertvoll verteilten Vorräte. im Teich Wasser zum löschen.

 

Marodeure
Marodeure

Frau Rhiu Oni 47 und ihr Gemahl Boiiashi Saji 52 waren gerade am Blumenstecken, sie aufsprang und aus dem Fenster einen Reiter sah, der dem Diener den Zügel und dann durch die feste Tür ins Haus eintrat. Der Mann war unbekannt und Rhiu Oni ging ins Erdgeschoß, um zu fragen, was er wolle und unten angekommen, begrüßte sie ihn, er entschuldigte sich für sein plötzliches Erscheinen,

er wäre auf der Durchreise und sein Pferd hätte schlapp gemacht, es würde plötzlich auf der Lunge pfeifen, wahrscheinlich eine Kolik, meinte er. Ob er Umstände machen würde, nein, nein, so Rihu Oni, ihr Mann

mit seinen Freunden wäre oben, was er wolle. Sein Name wäre Kenzo Mazuko aus Kamakura, er wäre mit ein wenig Tee und Wasser für sein Pferd voll zufrieden, dann ging er ans Fenster, holte eine Trillerpfeife heraus und pfiff feste mehrmals hinein, Rhiu Oni hörte kurz sofort viele Hufe und sprang verwundert an die Tür, schaute hinaus. Ein großer Trupp abenteuerlich gekleideter Männer in teilweiser Rüstung den Weg herunter kam, einer den Diener, der das Pferd hielt, vom Sattel aus mit einer Lanze niederstach. Sie wollte weg, aber der Fremde packte sie an den Haaren und schlug sie nieder, wartete auf seine Kumpane, die nacheinander ins Haus eindrangen, draußen die anderen alle Diener töteten, die Umgebung sicherten, alles durchsuchten. Als seine Kumpane bei ihm waren, ging einer mit der Lanze und ein anderer mit Pfeil und Bogen die Treppe hinauf, wo Boijashi Saji mit gezogenem Schwert schon wartete, durch mehrere Pfeil getroffen und mit der Lanze dann tot gestochen wurde, die Marodeure das ganze Haus durch- kämmten, alle männlichen Freunde sofort töteten, die schon ältere Tochter mit ihren Freundinnen gefangen nahmen, alle unten bei der Mutter festsetzten. Wertvolles wurde zusammen getragen, die Mädchen und die Mutter mehrfach vergewaltigt, dann alle getötet. Es war Gold und Geld im Haus, Jade, einiger Schmuck und viele Vorräte, Wasser und Federvieh zum mitnehmen, die Horde nach ein paar Stunden wieder verschwunden, das ganze Haus angezündet, alle Spuren fast verwischt.

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Edo

8. April 1600  11 Uhr 15

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1 Pferdediebstahl. 

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Hanaka Fujiro. 19.

wurde in der Provinz Kadeka festgenommen, nach

eigenen und Zeugenaussagen wurde er in Jaihiro als Sohn des Kohan Fudo im Jahr des Büffels verkrüppelt geboren, der ihn ernährte, bis er 12 Jahre alt war. Schon früh fiel er durch seinen Jähzorn und seine Eigenwilligkeit auf, wie sein Vater zu Protokoll gegeben. Er ernährte sich durch Bettelei und Holzhacken, Reisigsammeln, Reispflanzen und Wäschewaschen. Ein Ohr bekam er im Alter von 16 als Verwarnung in Osiki wegen schweren Diebstahls abgeschnitten, die Hand wegen der Verkrüppelungen verschont und mit 18 er wegen Landstreicherei einen Stempel auf das rechte Schulterblatt eingebrannt. Bis zur jetzigen Festsetzung wegen schwerer Körperverletzung und Pferdediebstahl, der Körper keine weiteren Urteile aufwies. Der

Verurteilte hatte am Morgen des 9.Tag im Jahr des Affen seine Arbeit als Stallarbeiter nicht zur Zufriedenheit des Lijan Rujo verrichtet und diesen nach Zurechtweisung mit der Forke in einem Wutanfall schwer verletzt, das Pferd ohne Sattel aus dem Stall gestohlen und sich auf die Flucht begeben, wo er von einer Brückenwache festgesetzt und verhört, nach Edo verbracht und heute hingerichtet wird, außerdem hat er den bösen Blick.

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Der Direktor:

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Sozuno Morita

48 Jahre

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Edo

8. April    12 Uhr 30

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1 Kindsmörderin.

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Traurige mit großem Kropf, 2 Finger abgetrennt, Ohr geschlitzt und Brandmal auf der linken Wange, vor 3 Jahren illegal mit Opium gehandelt, schon einmal abgetrieben und vor 6 Monaten ihren 2 Jahre alten Knaben in einem Zuber ertränkt, war geständig. Die verurteilte Jimbo Kuni, 32, Hilfsmagd hat am 6. November 1599 ihre Arbeit als Hilfsmagd bei Unimota Dehiro pünktlich angefangen, ihren Sohn, den sie durch Prostitution, in einem Tuch auf dem Rücken dabei, weil er noch nicht richtig laufen konnte. Es fiel auf, das der Knabe nicht mehr zu sehen und nicht aufzufinden war, bis der Reisbauer und Verwalter diesen in einem Wasserzuber voll mit Seifenschaum auffand und die Hilfsmagd festsetzte, bis die Polizei gerufen. Sie gab an, der Kleine wäre ihr lästig geworden, auch konnte sie ihn nicht mehr richtig ernähren, sie wäre zu schwach gewesen, hätte wegen der schweren Arbeit keine Kraft mehr gehabt, heute durch Wasser hingerichtet.

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Der Direktor

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Sozuna Morita

48 Jahre

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Grenzbereich.

3. Februar 1600

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Ortszeit

ca. 14 Uhr 45

 

der riechende, mit verkniffenem Gesicht und in pfeifender Luft vorgeführte, leicht hinkende, mit zwei fehlenden Zeh und blankem Nerv das Bein entlang, gestillt doch tropfend und in kurz gewickeltem verschmutztem Tuch auf ansonsten bloßer Haut, mit Schorf und frischer Zahnlücke, ohne Backenzähne, was man durch die Backe

sieht, in halber Lippe, an der Linken ein mehrfach gebrochener Finger, mit gekniffenen Nägel, Schulterblatt tätowiert, nur noch rechtes Augenlicht, ohne Zungenspitze, barfuss und mehrfach erhitzte

Verbrecher vorgeführt wurde, waren alle gespannt auf die Technik, auf die Werfer, auf die kleinen Schützen, auf die Knochenbrecher, Ringer, Reiter und verschiedenen  Boxerstile, auf die ganze Kodexschau und wie der frühere Feldscher wieder flickte, Nähzeug in der Hand und kleine Klinge, Leinverband, falls es zu arg spritzen sollte, auch die militärische, die Kempeitai aus dem nächsten Koban  waren interessiert dabei, der Agitat gemustert wird, als drei hochrangige Samurai angeritten kamen, abstiegen und die Zügel, sich kurz mit dem Schulzen unterhielten, dann mit einer Handbewegung eröffneten. Mit Ihnen war ein Transport zu Fuß von 17 Verurteilten gekommen, die nun sitzend der weiteren Dinge harrten.

 

asai chu
asai chu
hojo jutsu
hojo jutsu

 

hojo jutsu. Ein jeder Soldat hatte auch kleine Leine mit, falls eine Ader getroffen und Zeit genug blieb. Einer der Gefangenen wurde losgebunden und immer wieder neu gefesselt. dann zwei und drei, auch mussten diese verschieden schnell laufen, die große Runde aufmerksam dem Ablauf folgte, als einer, der gerade neu gebunden

werden sollte, die Gelegenheit nutzte und sich losriss, schnell das Weite suchte, ein Bogenschütze ihn mit einem Pfeil in den Fuß zum stolpern, bis er hinfiel und immer wieder von allen in die Beine getroffen, endlich liegen blieb. Der Feldscher, die Gruppe Ärzte zu ihm ging, die Treffer genau besahen und ein Pfeil nach dem anderen

entfernt wurde. Die Beine des Betroffenen waren über und über mit teilweise tiefen Wunden übersäht, selbst in der Ferse steckte ein Pfeil, der mit einem Ruck entfernt wurde. Die Wunden, die zu arg bluteten, wurden schnell und sicher genäht, laufen konnte dieser nicht mehr und so blieb er jammernd liegen, nachdem er frisch gefesselt.

Nun wurde der verstockte, politische Hetzer herbeigeführt, er musste sich neben dem Getroffenen hinstellen und auch seine Wunden wurden ausgiebig betrachtet, der Arzt jede einzelne besprach, besonders auf die Verletzungen im Feld zu sprechen kam.

 

Heister Lorenz
Heister Lorenz