| Tagebuch | |||
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| Journal. 31.5.2011 Eine Krähe. Lag tot vorm Haus, grad rumgelegen und noch nicht verderbt. Ist mir aufgefallen, dachte noch, wer hat die hingelegt? Ging auch runter, sah sie liegen, merkte schnell, die hat was vor, ein Tier am Tor. Unser Türke aus dem Haus, kam eines Tags von irgendwo. Ich sah raus und übte mich, sah den Tor, wie Tags zuvor. Auch er sah dort die Krähe liegen, unbewusst vielleicht, doch dieses Spüren reichte schon, weil unser Vogel fror. Nun kam es denn, das in meinem Leben, vor meinem Fenster, direkt davor die Wildnis ist, der Türke kam, die Krähe wünschte und unser Türke fror. Nun sitzt in seinem Kopfe, irgendwo im Hirn des mir Bekannten, was zuvor als Vogel, lange vor dem Menschen war. Und kann durch seine Augen mit erleben, wies auf Erden ist und war. Fressen, trinken und gegessen werden, Blut und Eiter, Bier und Brot, am Ende ist oft nur Atemnot. Träumen, Liebe spielen, staunen, lachen, freuen, heut wie immer Kinderwelt. Was ist in dieser Welt, was sie zusammen hält? Immer und immer wieder neu geboren? http://de.wikipedia.org/wiki/Bernsteinschnecke 1.6.2011 Pilzplatz zu verkaufen, las ich heute früh im Weekend, durch das Telefon eine Dame sprach ich an, was der denn kosten solle und ob schön er ist, so fragte ich, er auch ergiebig sei und was für Pilz im Allerlei dort wachsen würde. Ob dieser Platz auch schön versteckt gelegen, gar in der Näh? O je, kam´s da aus der Dame Kehle, was ich alles wissen wollt. Also, sie hätt nen Pilzplatz zu verkaufen, ja, in der Nähe, auf der Insel bei di Panzerstrass am Würmerfeld, den ihre Schwester mal gefunden hat und er wär nun sehr gepflegt, dort an der buschigen Steppe. Im Winter schön versteckt, im Sommer dank der Wolken schattigs Plätzchen, im Frühling guckten manchmal keck, auch aufgeweckte Glöckchen durch die Ackerdeck, im Herbst zu jedem Jahr wäre bei weiterer Pflege mein Tisch gedeckt, es wurden auch schon schwarze, faustgroße Trüffel mal gefunden. Ich fragte sie, die nette Frau, was denn so in der Hauptsach für Pilz dort an ihrem Platz im Wuchs zum pflücken wären. Darauf in höchsten Tönen lobend sie, es wachsen Pfifferlinge und Maronen, Champignons, Seiburen, rumänisch gebauchte Klitzerkrallen und sumerische Löwenlatser, auch äonische Sonnenkreiser und ganz rare Belgier, Norderluren, auch kleine Mongolen- Schnatterring, und klitzekleine Blätterluftisprung, leider aber auch der gelbweiße Gergerescheling und das direkt aus dem deutschen Stempelstamm seiner nordischen Verwandten, pst. sagte sie, der Sozialneid hört mit, dem dänischen Reibsägeling und etwas entfernt auch der seltene, auf dieser Welt nun fast ausgestorbene, der letzte blaue Zeitler. Von dem sollt ich Abstand nehmen und ihn ewig Zeiten lassen, er wär so schön und wenn man ihn im Segen ließe, könnte man jedes vergangene Jahr durch die Farbe der Sekunden, man könnt wie Seide durch die Nanosonne sehn, segelnder Fädenstrom im Strahlenwind, vergangne Zeit, seit der erste Adam längt. Er würde in der Mitt vom Platze, wild, aber zum essen, etwas verstreut im Kreis darum, die andern dem Morgenthau entgegen wachsen. Oh, wie schön, so sagte ich, ein blauer Zeitler ist da auch. Da sie, das wär ein ganz besondrer Pilz, er wäre eigentlich mal da mal dort zu sehn, manchmal auch morgens fort, aber dann zu Mittag wieder hier und wenn sie zu andrer Stund ihn dann doch noch kappen wollt, weil ihr Mann und ihre Mutter es so wollt, da gäbe er durch wundervolles Farbenspiel jedem, der ihn naschen soll, zu verstehn, das es besser wär, ihn erst mal anzusehn, denn, so muß ich wissen, wenn man ihn pflückt, da ist er schon als heimelig persischer Leoparden- Wanzilistau entrückt, und wär eventuell auch sehr sehr giftig dann. Nur des Nachts am Lagerfeuer bei Sichelmond und irgendwo dahinter Luchs, könnte man ihn verspeisen, mit Musik und Schlehenkorn ihn runterspült. Leider, auch dieser Platz für mich zu teuer. 2.6.2011 Wieder zu Hause nahm ich mir noch mal das Weekend vor und war auch recht erholt, trotz meiner wehen Hand und überflog, was ich schon wusste, stockte dann, es stand: Es wär an einem Ententeich privat, ein Plätzchen gut geschützt, auf einem Bänklein zu vermieten. Da rief ich sofort an. Es meldete sich Frau Schönfleisch- Grusel, Schafspferchweg zur 16 mit Hallo und guten Tag. Ich sagte offen, was mich trieb, zum Telefon und ob das Plätzchen noch wäre zu vermieten, dass sie da inseriert. Sie sagte ja. Wie er denn wäre, dieser Platz privater Ententeich? Die Dame, das er wäre wunderschön und nicht so klein, eine Idylle für die Seele, schon etwas größer, fachkundig bepflanzt mit Grütze, Binsen, Moos und an den Flechten grüne Gräser, Seerosen und ein Frosch darin, und unter Bäumen, schön umhegt auch Oleander, Fuchsien, Bambus, mit kleinen Unterständen und hinter dicht kultivierten Hecken kostbare Statuetten, die ihr Mann, auch ein Jäger, mal gestellt. Ich dürfte als Mieter überall, wenn ich´s mir leisten könne, hinlangen, und auch hinsehen. Ich wollte dieses und bat sie nett, wenn sie mir doch erzählen würd, wie viele Entlein darin gründeln, an ihrem Eigentum die Heimat hätten. Darauf die furchtbar nette Dame fast in meinem Alter, an diesem Weiher kann ihr Erpel mit fünf veredelten, nunmehr farblich angepassten Kobaltriboenten, nach seinem Geschmack dort gründeln und aus vollen Zügen leben, mit seinen Enten, die alle aus dem letzten Jahr noch Gössel hätten, als uralte stabil um und nun veränderte Rasse, die nicht nur schmeckt, sondern die nun die Küken länger führen und auch vieles anderst lernen würden. Warum, so meine Frage, darauf die Dame, sie würden selber klonen, ich solle nur nichts verraten, es hätt vor drei Jahren zum ersten Mal geglückt und am Braten würde man gar nichts sehn. Warum die denn so lange führen, das wäre doch außergewöhnlich, läge darin nicht ein Defekt, so meine Bange Frage. Als Antwort gab sie zu verstehn, die Enten wären nun viel größer und auch um vieles schwerer, ihr gemeinsames Ziel ein halber Zentner, auch um die Gemeinde in einer Not mit zu ernähren. Ach so, die wachsen länger, so aus meiner Sprach Erleichterung. Leider, auch dieser schöne Platz für mich zu teuer. 3.6.2011 Der Kannibale? Gestern Freitag, nach 22 Uhr und etwas später noch, fuhr ich als 1. Dan mit dem Fahrrad um die Ecken, dachte kurz daran, das- was muß ich noch einstecken vom Dauer- Ärger jeden Tag seit 91, den ich durch das Malerleb in Knechtschaft hab. Die ich bezahle und die nichts machen oder liefern und denen ich für schmalstes Geld auf dieser Welt zum wiederholten Mal dann noch den letzten 10er ihrer akademischen Schuld nach 14 Tag durch meine Rede- Kunst noch aus der Tasche beißen muß. Nun fuhr ich locker dachte nach und irgendwie, ich merkte nicht, wie von hinten leise, ein alter Radler kam, der fuhr in einer Art und Weise, und in gleicher Höh, er lächelte ich dankte ihm und rief ihm zu, fahr doch vorbei. Da stöhnt er laut und zog sich dann, an seinem Radl hoch über in den nächsten Gang wie ich bemerkte und ich trat sogleich auch ein wenig fester in die Pedale, so verging die kurze Zeit, die mir noch blieb, als mein Reflex begann. Er nickte kurz, trat an, voraus, ich hinterher, die Strassen lang- in den Katzenbuckel kurze Steiger enge Kehren, um den Ring und iwwer die Brück links in die Stadt vorher noch rechts am Neckar lang, in die Kurpfalz und wieder zurück. Eine Hatz doch ohne Opfer, er grüßte noch und war dann weg. Ich fuhr heim und ging ins Bett. Ob ich ihn wieder sehe? Lebt der Kannibale noch? 4.6.2011 Heute wieder unterwegs, als Zwecke Malerei, hat aber nichts geklappt, so fuhr ich wieder heim, und überlegte, während ich so fuhr, dann macht ich kehrt und radelte im frischen Tritt noch auf die Insel, nahm alles, was ich sah, in der Erinnerung auch mit. Am Rhein entlang, gegenüber Industrie BASF, dann bis es nicht mehr weiterging, rechts rum, ein Angler saß am Fluss und wollte einen Fisch sich fangen, ich hielt an und grüßte nett, setzte mich dann ein wenig nur, an seine Seite, sah im Gespräch dem Schwimmer zu, wie er in den Wellen tanzte und ab und zu auch unterging. Die Luft war klar, die Sonne schien, es war ein wenig frisch und ich erzählte ihm von meinen Sorgen, das aus dem ganzen, noch immer reichen Land, trotz meiner vielen Werbung, niemand reicht die Hand, bestellt ein Bild. Ihm würd es auch nicht besser gehen, sein Kind wär grad am Krebs gestorben, und seine Frau sich darauf aufgehängt. Nun wär er ganz allein. Ich wusste gar nicht, was sollt ich darauf sagen, so schwiegen wir und in Gedanken, war ich unterwegs, bei ihm. Nach einer Weile fragt er, ob ich glaube, dass es für seine Tochter weitergeht. Ich lies mir alle Zeit, weil, ich wollte nichts Halbes darauf sagen. Dann erzählte ich aus meinem Leben, und wie ich den Weg zum lieben Gott in allen Stationen habe selbst erlebt, davon, wie ich fast ein Jahrzehnt in meiner Zelle, die Welt, besonders die in meinem Kopf, wie ich den Bodensatz erforschte und andauernd hinterfrug, als geläutert Demut Seele zu Gott dann fand, der ja nicht sichtbar ist, nur durch die Phänomene reicht die Hand, und wie viele Jahre alles dauerte, ich denke, sagte ihm, dass seine Genetik, das seiner Tochter Seele weiterlebt. Ich erzählte von dem Schimpansen, und alles, was da davor schon war. Vom 1. 2. Zweikampf mit der Schlange, aus der Tiefe der Natur, vom Mond und seiner Kraft. Vom Sonnenlicht, vom Schneemann und von meinem Aug, das sich dann angepasst, auch von der Summe neue Sinne, die Anfangs Angst gemacht, von den Träumen in der Nacht, wo ein Engel in den Körper kam, von Vogelaugen, Stimmen, von meiner Kampfkunst, die mich weiter trug, von Bildern tags, die kamen ohne hinzugucken, vom neuen Ohr, das nun die kleinen Ängste sah, bis, das ich in einer unglaublich Halluzination, Gott persönlich sah, der den Himmel für mich als Krieger teilte, und ich die Augen schloss für immer, davon, von Satan, der mich dann aufgegeben hat. Für mich ist klar, sein Kind lebt nach einer Spanne, weiter irgendwie, und sei es atomar, auf jeden Fall so lange, wie sich noch jemand kann an sie erinnern. 5.6.2011 Es klingelte das Telefon, es sprach ne nette Frau. Sie wär mit Dame Laak von Hott und Klünder im Zauberzuber bei Worms und übers Handy in Memento ganz allein. Auch wolle sie beichten u. ich fragte sie nach ihrem Namen und was ihr für Schaden aus dem Umfeld und seelisch zugefügt, dass sie sich rächen musste. Sie sprach mit leiser Stimme, das sie hieße gerne Brutus aber immer öfters auch Isolde, dann lieber aber aus Sünder Cranachs Bauch. Ich nahm mir die Zeit und sagte Ihr das Ihr schon vergeben wär. Warum Isolde nicht Irene wie die Silen von Antachius im Rauch warum Isolde nicht Eidene wies Mäuslein aus dem Gartenschlauch? Warum gern Brutus, weißt du nicht erfahrne Tochter, das dieser durch den Senat- igittegitt. Warum aus Sünders Malerbauch, wo Du doch in der Lust- Sucht jammerst? Sie freute sich, dass ihr vergeben, und meinte noch, dass wenn?s so schön im Geben wird zu werden, wer wird ihr geben, ohne zu nehmen ihr mädchenhaftes Seelenheil? Dann grüßten wir ich legte auf und setzte mich und schrieb ihr in Kopie die nächsten Zeilen. 6.6.2011 Gedanken. Gänse Gänse Gansewicht, krudes Leben vergiss es nicht. Geh hin, auch so, als wär dein Name- Reichsknecht, Lob durch Ehr in Tradition, Pflicht Fuß Gewähr, ein ewiger Laib der Habe. Des Landes Glück ererbtes Gut der Väter und der Mütter. Ein Täter der dieses möglich dadurch im ohne Halt und sich dabei recht seiner dünkt, ohne Sorgfalt stückt, der Kanzels Sorg im Morgen und im weit darüber liegt. Ich denke, das aus der vorhers Kraft in Jesus unser Fundament der Erde durch aller bürgt und hängt. Die milde Güte und verzeih übers sucht ins Komma fließt, die Seele und noch im Satzgefüge leicht erstickt. Weil der Druck von viele müssen ins Morgen dadurch über presst, ein Rahmen, Angst der Sorgen ohne Antwort läßt. Dabei wäre ein ja die Kompetenz im sicherlich gerade schwierigen, unser Glück mit Fragezeichen. Es wurzelt doch im Dübel über die Schraube im Gesät zur Speis die Wand. Die Sorge Mensch soll Zarge bleiben. Frage denkt, dann nutzt es. Ihr Leut, Land andere Kultur. Mär und die Liebe sagen und obs über Kreatur und Engel Wesen Licht, im Staube ist?s, was übrig bleibt. 7.6.2011 Grollgedanken: In ihrer Vase, die Blüte keck gereckt, stand ihre Blume immer im Verdacht, ob sich auf Dauer nicht, am Grunde Übles oder Arges, vielleicht sogar ein Groll versteckt, ?pass bitte auf beim Tränken?. Es war einmal am Boden, unter dem Elixier noch nach den Eltern und Bekannten, ein wenig Tau aus Glück, auf dem die Weiber dieser Stadt, einstmals als Blumen ruhten, im Leben dieser Damen, dann aber doch noch Stück für Stück ins Elend trugen. ?Sie hielten zurück mit Nektar, dann wieder alle und viel zu viel, auch mischten sie hin und wieder auch die widerlichen Krümel in meine dauernde Lebensmüh?. Es wär deswegen, das sie heute jedem und es käm ein jeder recht, gerad bevorzugt Maler vom besten aus der Lende, der sich nicht wehren kann. Die machen jeden schlecht und einem ?Zuckerle von Gnaden? so sagen sie, geben wir in diesem Leben, nicht den kleinsten Finger. ?Was haben wir uns bieten, wie wurden wir gedrückt, deswegen geben wir auch einem Mann nach Jesus sowieso den Rest?. Es ist ein Geschenk noch eingepackt, unter dem Papier versteckt. Es wird doch nicht ein Enzian sein, von dem ich durch das trinken, und danach? die Sinne entschwinden. Absatz: Landfrau, gut und ederlich, gesaat mit brachem Wölb, gesucht wird Elle de Lignischeur. Der Ehre wegen. 8.6.2011 Gedanken: Ich hab gekannt so manchen Blick, als Pfand erkannt, wo Ihre Schuh sie fast erdrückt, ich hab gekannt, zu was die fähig, gedrückt für Glück die Hand. Der Weg zu Gott war meine Bank. 9.6.2011 Ein Herr Bodo Greiler, von Beruf ein Kettengassler, rief mich an und fragte lieb, wie es wär mit Schach, ganz nett, in 32 Zügen bis zum Matt. Darauf ich mit leichtem Lachen, ob er überhaupt ein Meister sei, ich wäre auch nicht schlecht. Darauf der Meister, das er in Kandahar studiert und in Russland Schachcafes sein Leben lebt, und ich bat um nen Besuch. Die Klingel ging, ich hatte alles aufgebaut, er grüßte kurz und begann seine Lauer auf meine Mauer, die noch gar nicht stand. Lanski Doppler, Brühler Finte, Zuglexika im Kopf, Kartuschensturm in Stechertechnik auf seinen Turm, dann ein funktionaler Angriff über die Rochade und die Außenbauer in Frontale. Pferde preschten vor, zu vorgewagt, ich muss zurück, seine Dame nahm mir alles weg. In 24 Zügen- ich war platt, Matt. 10.6.2011 Röchlin Burg Geschichte. Es war einmal vor langer Zeit; grad gestern wars wie heut, des Nachts ein Suchen. Es wollten von uns viele auch ein Stück vom Kuchen, so fuhren wir dorthin, und wollten uns das Kupfer holen, vom Dach, und auch das Zinn. Röchlin Burg um Mitternacht, wo nicht nur Penner um den Schlaf gebracht. Der Roland Berlejung tat sich dort hervor, schlug und trat, die anderen, die lachten nur, auch ich sah zu, aber machte nichts, ich dachte nur, wer macht da mit und heute Morgen fuhr ich dort vorbei, hörte wie vor 30 Jahr die Geiferei, ich würds nicht wieder sehen wollen. 11.6.2011 Am Telefon meine Bekannte Frau Isa Reizerl, Kapuzinerplanken 4, in der Näh vom Standbild Mores zu Eschelbach. Erst, wies mir geht, dann hätt sie gesehen, wie eine dorische Muse mitsamt Rotstockerschellenstock; wie diese wuchtig im Hauseingang des Pflastermalers Ivo Hirschel verschwand, um wenig später dann als freifrischlaute Balkonsouffleuse im Kostüm und aufgereizt einen lasterhaften Vortrag im Sprechgesang über den verstorbenen Gesargel Georg Zaunzung hielt, und dann zusammenbrach. 12.6.2011 Mittagessen: Schnaps und Schnitzel. Heut hatt ich Lust zum trinken, heut hatt ich Lust auf Fleisch, es war kurz nach der Mittagszeit, als ich die Flasche setzte, das Schnitzel in die Pfanne schlug. Nach einem halben Liter und dem panierten Fleisch legt ich mich ins Bett, ich hatt genug. 13.6.2011 Flötenspieler. Heut war ich am Fluss, ich wollt mal wieder in der Sonne liegen, ich legte mir die Decke schön zurecht, legte mich hin und fing gleich an zu träumen, als nach einer Weile eine Flöte ging. Erst leise, schön getragener Ton, dann in einer Weise, das ich den Spieler suchte, der unter einem Sonnenschirm, am Neckar stand und spielte, ich überlies mich meinem Sinnen, ging in Gedanken zurück und vor, mir kam es so, als das der Flöter musste spüren, dass da ein Träumer war. 14.6.2011 Zeitungslese Eine Namenlose, als Stupor im ZI, die über ihre Blähungen eine vermutlich verlorene Ehre wieder in Gang bringen wollte, auf Blickkontakt der Psychologin Karin Blaser, die ähnliches erfolgreich bei Siggi Kernlein beobachtete, und als Anregungsvorschlag dann als Anwendung vortrug, die auf einer überwachten Fundamental Atemstautechnik einer Makakkenart auf Bali basierend, hier als spitze Finger Kompression beim End- dann Urschrei durch Melkfett, Stöpselwechsel und mittiger Randstimulierung nach Verholliste Dr. Krizer beginnen sollte. 15.6.2011 Holzdiebe. Zwische de Häuser direkt bei mir stehen schöne Birken, Ulmen, Pappeln hier, und heute Nacht, da wurd ich wach durch Säggeräusche, die ich hörte, ein leiser Krach. Ich ging ans Fenster und glaubte meinen Augen nicht, vermummte Russen, die die Bäume sägen taten, sie waren schon am letzten Baum. Dann trugen sie die Klafter zu sechst auf einen Laster und fuhren fort. Wenn ich nun aus dem Fenster schau, alles abgesägt und weggemopst. Nur noch Stümpfe ragen aus dem Boden, Späne überall, die Rinde abgeschält und weit verstreut, ich denke, dass es Frierer waren, selbst Gleise oder Plastiken von Henry Moore werden heutzutage ja für den Schrottwert gern geklaut. 16.6.2011 Mittagessen: Flasche Wein, gekochtes Kopffleisch, Knödel und Rotkraut. Mutter hätte heute ihren 78. Geburtstag 17.6.2011 Am Steinhauerplatz Sitzbänkel zu vermieten, las ich im Generalanzeiger und ich rief dort an. Herr Fröhlich Rudolf begrüßte nett und sagte dann, das die ganze Bank noch frei, wenn ich liquide bin, es wär ein schöner Platz, ganz ohne Hast könnte man die Steinermetzen bei der Arbeit sehn, es würde auch ne Brotzeit jeden Tag gereicht, mit einer Flasche Bier und einem Korn. Ich fragte noch, wie die Umgebung wär, worauf er, der Platz sei im Dorf inmitten alter Eichen, der Brunnen nebenan in Trinkwasser- Qualität, und viel verschiedene Blumenbeete ringsherum, ein Denkmal auch, und für Gebrauch ne Peitsche. Ich fragte, was, wofür? Um die Männer anzutreiben, worauf ich aber keine Lust. Ich sagte ihm, das ich sehr erleichtert bin, dass ich nicht angetrieben würde, bei meiner vielen Arbeit und ich verzichtete auf diesen Bänkelplatz, auch war er viel zu teuer. Was heutzutag die Leute alles so verkaufen, man glaubt es kaum. 18.6.2011 Spezialangebot auf Flyer: Von gestern noch und heute i. Briefkasten. Wenn Sie buchen, eine spätministrantische Orientierungslosigkeit in einer theatralisch arrangierten, aber noch ordentlichen calvinistischen Personalunion, nach einer ökumenisch erforschten und mitgefilmten Anamnesesituation- die Kredenzer Beichtonanie in eigenen Schuhen, über vorgehaltene, ehemals unerlaubt angeeignet/unterschlagenen Vorlagsbildern des Clubs von der einstmals anonym beerdigter Base Luise in verschiedenen Kostümen des Schulleiters Luidor Hansi Grin. Auch als Texturvergebung: Beichten und Austreibungen gerade nicht leichtgemacht. Geheimnis, Buße und Versagen, auch Kollekte eines Handgescherbels mit andienernden, uferlosen Erlösungsschreie des Hintergrundchors. Ihre Therapie über Frau Dichter, Tel: 0621- 17749818 19.6.2011 Friedhofsleben. Heut war ich im Gericht mich wehren, als danach ich noch mit´m Radl fuhr, einfach geradeaus, kam irgendwann dann noch am Friedhof Neckarau vorbei, und ging hinein. Schlenderte die Gräber lang und las die Namen, als weiter vorn, fast schön versteckt, ne attraktive Dame stand, in kurzem Rock, kariert, braungebrannt und in hohen Hacken, in einer Bluse blanker großer Busen, gerade auch in meinem Alter, nach mir winkend, und als ich dort, fragte sie, ob ich nen Schnaps dabei, wenigstens eine Zigarette hab. Ihr wär so heiß, sie hätt deswegen unterm Rock auch gar nichts an und flugs hielt sie ihn hoch. Ich lobte ihren Wuchs, die bestrumpften schönen Beine und schaute um, wir waren ganz allein und ich frug sie nett, warum sie hier und nicht wo anderst fast am sterben ohne Schnaps und Zigarette sei. Da sie, hier läg ihr Freund, der vor einem Jahr an einer Überdosis Graubrot und am Erbrochenen, dann grauslig daraufhin gestorben war, und sie trug mir auf, ihr dicht zu folgen, sie führte an der Hand geschickt entlang der Gräber, an eine hinterm Busch versteckte Linde dann, worauf sie in die Hocke ging, und erst mal urinierte. 38 Euro 50 hatte sie mich schon gekostet, als ich wieder recht bei Sinnen war, den Friedhof werd ich öfter mal besuchen, und wenn Margot Lanzel da, ein Päuschen machen, so unter freiem Himmel hinter dichten Büschen und unter dieser Linde, kann man seine Einsamkeit als alter Mann schön überwinden. 20.6.2011 Als Figurant: Heut fuhr ich auf die Insel wo die Schrebergärten stehn, ich war eingeladen von Karl- Heinz Seel der seinen Garten und den Kirschbaum mit Natodraht umhegt. Er bat mich in die gute Stube, nett, setzte vor mich Bier und für den Hunger Brot mit Mett, Zwiebelchen und Paprika. Dann sollte ich beginnen, er holte Bimbo, seinen rumänischen Mastiff hervor, den sollte ich figurieren, was ich auch tat. 21.6.2011 Im Lokalteil gelesen: Erzwungener Fischverkauf am Neckar. Der aus Armut intelligente frühere Schwarzfischer Knut Hechtel Rohrbach am Tage seiner Fischereikarte mit drei Zandern unterm Handtuch noch im Einsatz, dann in Verhandlungstaktik mit Schnellbootinspektor Lars Muli- Sitte und Schusslige- Kimmkorn Ute über die frische Nahrung am helllichten Tag Jungbuschbrücke, durch deren Drohgebärde in der Aufsicht. 22.6.2011 Mittagessen: 1 Flasche Bier, scharf gewürzte Kuttelsuppe. Hühnerherzragout gesoßt mit breiten Nudeln, grüner Salat, süße Erdbeeren. 23.6.2011 Finkenfang. Bei mir vorm Fenster lebt die Wildnis, am Futterplatz ja sowieso, den ich gelegt hab für die Katzen, man sieht für kleines Geld immer schönes Tier. Nun hab ich heute rausgeschaut, auf die Bäume, die neu gepflanzt, sah die Katze, wie sie im Gebüsch erst lauerte, dann fing nen kleinen Finken, der nicht aufgepasst, den fraß sie nach dem Rupfen, fast vollständig und auf einmal auf. 24.6.2011 Abgestochen. Ein heiterer Schwall Kammerblut am Freistoss. Mittelstrasse. West. Der Kampfhund Shar Pei vom Latz und der wehrhafte Duffi mit altem Bajonett. Danach den Kadaver in die Mülltonne und niemand regte sich auf, es rief auch niemand die Polizei. Auch ich ging nach Hause, und schrieb den Tagebucheintrag von heute. 25.6.2011 Heut fuhr ich auf die Insel, um etwas anderes zu sehn, ich radelte am Rhein, ein schöner Sommertag. Wo Schiffe fuhren und ein Ruderer mit sicherem Schlag, die Vögel sangen und ein Herrchen ob seines Rüden fast war verzagt, da fuhr ich schön entlang, bis rechts dann kam, der hohle Weg zur Panzerstrass. Dort habe ich trainiert, Boxen, kurze Sprints und Klingenwurf. 26.6.2011 Mittagessen: Frittiertes Muschelfleisch, Pilzgemüs und 250ml Franzinger Heilschnaps. Färber. Gefärbte wilde Sauhaut zu verkaufen, las ich heut im Weekend, und ich rief die Nummer an, Herr Leichtgrau Fritz meldete sich. Ich frug, was denn für eine Farb die Haut nun hätte, er fröhlich rustikal, ein volles Rosa wär es, und wie ich an seine Nummer kam, ja, man kann die Haut 15 Euro sKilo teuer, gerad auch backen, mit etwas Speck daran, würd sie auch nach 14 Tagen, sie wär nun konserviert, wundervoll noch schmacken. Ob er Prospekte hätt und die Haut zuerst anschauen kann, das verneinte er, ich müsst bestellen, und mich an der Lieferung der Post erfreuen, ich lies mich leider wieder telefonisch trennen, gekostet hätt ich die Haut sehr gern. 27.6.2011 Zeitungsnotiz im Lokalteil: Der Uhrmachergeselle Uwe Zündler als Opfersack - Binder im Katzenkeller. Fleischfunde von verschiedenen Tieren im Theresienkrankenhaus. 28.6.2011 Goldfasan und Hennen. Heut fuhr ich auf die Insel, zum Würmerfeld am Neckar lang. Vorbei an Büschen, Weiden, Sträucher, Zelte, auch entlang der Eisenbahn. Panzerstrass, hinein ins Grüne, noch mal dort hin, da wo die alte Scheuer steht, am Galgenbaum von Ost und West. Ich stellt das Radl ab, lief übers Feld, blieb kurz stehn, weil ein Habicht drüberflog, schaute mich um und war erstaunt, weil zu meinen Füßen lag ein Hase, tot und frisch gerissen, noch nicht verwest, es wird ein Fuchs gewesen sein, und weiter vorne trieb ein Goldfasan die Hennen übern Acker. Was mir in meinen Ohren blieb, waren das Gegacker und der wilde Flügelschlag, bei der Fasanenjagd auf Hennen. Nicht weit, nur 100 m. Ein Schuss, das wäre es für den Hahn gewesen, gleich geschnappt und schön bedeckt, er als Braten und mit Soße sicher hätt geschmeckt. 29.6.2011 Mittagessen: 1/2 Ente, Kartoffelzwiebelbrei. 1 Flasche Bier und zwei Korn. Ein Wiener Lanzenwerfer, Baldur Wissner sucht Trainingspartner übers Weekend, da rief ich an und fragte nett, ob ich in Frage käm, er sagte ja, vielleicht. Von der Statur und von der Kraft her ginge es, doch ob ich auch was im Kopf, und ob behende ich auch sei. Wieso, die Frage und darauf er, ich wär das Ziel, so müsst es sein. Das lehnte ich doch klugerweise ab. 30.6.2011 zur Feier, das Deutschland gegen Argentinien weiter kommt- Abendessen: Lothringer Bürzelbraten mit gesoßtem Krautnest und gepfefferten Kartoffelspalten. 1 Flasche Dornfelder 1984 1.7.2011 Lammkopf im Wirsingkragen mit Kartoffelknepp und geteigter Biersoße. Kleine Flasche Leininger Bauerntrunk. Ein privat finanziertes Hörspiel, zu verkaufen, las ich heute im Weekend. Eine Duplex 4 fach Onogramme, thematisch aus je 27 Halb/Ober/Mitteltöne in Strophe und manche auch arglistig gesetzt, über und unterhalb von 9 Achtel- und 2 Viertelstöhner, mit nach unten abgewürgtem Kontrapunkt über die Zwerchfellstimulation dann fliehend in eine Urach/Danziger Gürtel- u. Notenschleifspiralik durch Griffelkitzelgriffe in 2 Cis u. tiefe Dur´s mit gestrichenen Groll u. Brecherechos durch eine nasale Stimme. Es wäre eine sensible Vokal- Informativ- Rustikale, leider wieder mal zu teuer. 2.7.2011 Am Lindenbrunnen in der Altstadt Käfertal, wo`s mich heute hintrieb, wäre heute Damenwahl und es sollt auch kostenlose Speis und Trank dort geben, so nahm ich die lange Qual des Weges gern in Kauf, und kurz nach 10, nach altem Brauch, war ich am Brunnen, setzte mich und sah mich um, fragte nach dem Namen meines Tischnachbarn. Er ist ein Staufersauf, so seine Worte, und er wär seit gestern da. Es gab Musik, Trompete, Geiger und ein Clown, der Tanz begann und ich schaute nach den Fraun. Hilde hieß die, die mit mir nach Haus zum lieben fuhr. 3.7.2011 Eine kleine Rodacher Plastik wäre zu verkaufen hörte ich durchs Radio. Die würd den Hunger stillen und den Durst erträglich lassen, Gicht und Rheuma, Bauch und Kopf, Herz und Blut zur Heilung bringen, und den Besitzer adeln, so war ich schnell im radeln hin und wollte sie erwerben, sie wär im schiefen Haus in Feudenheim. Ich war dort und suchte sie, dann auch im Garten und im Keller, nachdem ich Eintritt hab bezahlt, nach 1 Stunde hörte ich, das ein Bäcker sie geschnappt und ich keine Möglichkeit mehr hab, an die Miniatur zu kommen, so fuhr ich wieder heim. 4.7.2011 Schattiges Plätzchen über den Sommer am Froschteich zu vermieten, da rief ich an. Gertrud Winter war am Telefon, wo ich um Informationen bat. Nun, der Froschteich wäre eigentlich nur ein hohler Stamm der Eiche, umgedreht und ausgesägt, da sitzt ihr Frosch und, wenn man freundlich ist, man ihn so sieht. Er wär sehr groß, schon fast ne Kröte, und man könnt bei ihr, Fr. Winter, auch die Insekten kaufen, die man braucht zur Fütterung. Um herum wär eine Pergola gebaut, die mit Rosen überwachsen, eine Bank und Tisch, Getränke wären extra, und ne heiße Weißwurst könnte man bestellen. Ich machte mit der Dame auf heute eine Probesitzung aus, wo sie denn lebe? Im Hinterhaus beim Alten Fritz, Lameystrasse, da wär der nette Platz, so fahre ich im Lauf des Tages hin. Abendessen: Portion gebeizte Ochsenzunge, gegrillte Paprika und delikat gewürzte Reisbällchen, grüner Salat. 5.7.2011 Im Lokalteil mitgelesen: Heut stand, das nach einer schwer ausgeuferten Apostelsause mit Namen Klarer Korn nach Rüpeleien eine zwangsweise Blutentnahme in L6 am Boxer Gustav Linus Beger aus Kornwestheim in mehreren Ansätzen dann erst zum Erfolg führte und er seinen Rausch auf der Zelle ausschlafen konnte. 6.7.2011 An der Tür geklingelt. Salbenvertreter Heiner K. für die Heilung heißer Beine, so stellte sich er vor, und ob ich Bedarf, auch wenn ich noch gar nichts merke. Mit vollem Vitaminkomplex, Kalium, Jod, Senfpastillen, dicker Binde, will er mir helfen, und ob ich Telefon schon hätt. Er schafft für 4 Firmen als Vertreter, und irgendwas wär für mich auf jeden Fall dabei. Schade musst ich sagen, ich hätte kalte Beine und Telefon schon auch, aber mein Nachbar, der wolle kaufen, so klingelte er bei ihm und ich war wieder frei. 7.7.2011 Der angetrunkene Marktschreier und jetziger Hauptnervenhändler Richard Gender Stocherzug in der Augenbank Dr. Fulsing und Töchter. Käthe Kollwitz Strasse, da fuhr ich hin, wollte meine Brille richten, mitnichten wollte ich in diese Schreierei, als Richard Genter übelst rief, wer ihn betrogen, er würd nun gar nichts sehen, an Geld für seine Nerven. Die Töchter schrien, der Doktor wollt die Polizei, ich war fertig und fuhr heim. 8.7.2011 Zirkus in der Stadt, wo ich heute war, Tiere gucken, wie sie leben, was sie fressen. Tiger, Bären, Pferde, viele andere und auch Maja, Elefant, die mit einem Dromedar auf dem eingezäunten Platze stand. Die Tiger und die wilden Bären kämpften, schliefen, dösten, heiß wars auch im Zebrazelt, die Kamele furzten, Rösser gähnten, Hunde bellten und am End war alles nett. 9.7.2011 Kippenstecher. Heute schaut ich aus dem Fenster und sah einen jungen Mann, der mit seinem Nagelstock, nach Zigarettenkippen stach. Er nahm einfach jeden, den er fand, mit der Spitze, dann in die Hand, von da zum Beutel, dann war er auch schon weg. Wie kann man soweit fallen, das man in Freiheit diesen Dreck noch rauchen tut, da gibt?s doch Schicksals Mut. 10.7.2011 Mittagessen: kaltes, gebratenes Ziegenfleisch mit Bauernbrot, Paprika, Zwiebeln und Käse. Heut fuhr ich auf die Friesenheimer Insel mit dem Rad, am Rhein, dann rechts im Gräberfeld den Weg entlang, um an die Panzerstrass zu kommen. Dort hab ich einen Tisch mit Stuhl mir hingestellt, zum lockeren Ausruhen. Ich lies die Augen kreisen, sah in den Himmel auch, sah weit weg, des Jägers Turm, es war die Ruhe vor dem Sturm, der aufzog, blitzesschnell. Schon war ich auf dem Rad und fuhr nach Haus, wurde noch nass bis auf die Haut. 11.7.2011 Spaziergang. Heut war ich unterwegs, kam an den Rhein am Ufer lang, in Lindenhof am Altrheinarm, bis zur Silberpappel hin, ein schöner Gang, in leichtem Schritt für Schritt mein Weg. Und als ich zurückgelegt und bis nach Neckarau gekommen, war ich schön erholt, ob des Himmels, der schönen alten Bäume, Wasser, Vögel, Enten, Schwäne, so dass ich eine Pause machte, an einer Bank am Fluss. Und dann zurück nach Haus. 12.7.2011 im Lokalteil mitgelesen: Unfall Kurpfalzbrücke, wo ein Schwan in der Oberleitung der Tram sich verfing und hing und dessen Kot die Kappe der Offenbacherin Lydia Molcher traf, die vor Schreck ihrem Cabriobeifahrer Georg Sänger in den Arm biss, als er sie säubern wollte. 13.7.2011 Reisigbinder: Schwarzarbeiter Mentil Kutschmer, so sein Name, als er am Abschluss vor mir stand, und ob ich einen Besen bräucht, der auch in der Hand gut läuft, frisches Reisig von heut früh, den er im Wald gesammelt hat, und wenn ich nicht geizig wär, er an mich verramscht. Doch leider hatt ich schon nen Besen, und gab ihm nett die Hand. 14.7.2011 Türverkostung: Heut klingelte es an meiner Tür, ich machte auf, es stand davor Herr Katschmarek aus Kasachstan. Der hatte einen Umhang an und in der Hand ein Glas. Ob ich die neue Sorte kosten wolle, es wär ein Wodka, selbst gebrannt. Und in der anderen hat er die Flasche, er winkte mit dem Etikett, und als er wieder weg, fiel ich betrunken wie ein Stein ins Bett. 15.7.2011 Schergenhöhle: Gegen Mittag fuhr ich mit dem Rad nach Ost zum Bürgermarkt, es führte mich der Weg am Neckar lang. Dort an der Höhle hörte ich Musik und schaute mich gleich um, hinterm Efeu saßen deutsche Schergen und alberten sehr rum. Am Spieß ein Lamm, das lecker schmeckte, und eine Schergin, die mich neckte, dazu ein Spiel von einem Geiger, was mir gefiel. Alle lachten, alle sangen, einer ward am Baum gehangen, eine Schergin kreischte, und ein Kinderscherg erheischte ein Kaninchen, das frisch gefangen, nun als Preis dann diente. Ich stärkte mich und aß und trank, dann fuhr ich weiter durch das Land, zum Bürgermarkt gleich linker Hand. 17.7.2011 Butzbacher Larven: Heut bin ich in West mal wieder rumgefahren, hab den und die getroffen, Gisela war wie immer, auch schön angesoffen, Gerhard war geballert und Jürgen auch wie sonst. Dann bin ich die Mittelstrasse lang, traf noch Nasi Bang und bin wieder heim, Butzbacher Larven, jeder für sich und alle allein. 18.7.2011 Heut schaut ich aus dem Fenster, sah die Nachbarschaft. Bekam Besuch von Ali und seinem Freund Murat. Dann schaut ich Fernseh, schrieb am Tagebuch, hörte Radio und schlief sehr gut. 19.7.2011 Eselspfad: Heut fuhr ich in den Käfertaler Wald, ein wenig reiten war heut angesagt. Ich hatte einen Wallach, kräftig zwar, trotz allem aber einfach. Und wir ritten in der Gruppe, Reiterweg, über den alten Eselspfad. Abendessen: Gebratenes Kopffleisch und 1 Sauschwänzel, gschmelztes Zwiebelpüree. 20.7.2011 3. Mann gesucht: Heut las ich im Weekend, das zum Skat ein dritter Mann gesucht. Dort rief ich an und wollte mich erkundigen, wie sie als Spieler sind dabei. Nun, so Herr Reiter, er wäre listig und doch dabei auch sehr neutral, manchmal zornig, einfach abnormal, reizen tät er bis zum letzten, und sein Freund Herr Mäder findet das genau so ätzend. Der wär auf Ausgleich immer sehr bedacht, doch wenn Grand- Ouvert, eiskalt und er lacht, wenn ich wollte, kann ich zur Probe- ganzer Cent, dazu werd ich abgeholt. 21.7.2011 Mittagessen: Dönerfleisch u. Kartoffelsalat. Pfeifenhändler Juri Osipoff aus Bulgarien klingelte und ich machte auf. Da stand ein Fremder, der in der Hand ein Tuch mir zeigte, auf dem 9 Pfeifen lagen. Ob ich eine kaufen wolle, ich besah sie mir, doch leider nicht, da ich mit dem Rauchen aufgehört, und fast empört ging Juri wieder weg. 22.7.2011 Ich AG. Heut war ich am Neckar, hab mich sehr gefreut, und als ich weiterlief, lag da im Fluss und schön vertäut ein Nachen, und auf meine Frage sagte mir der Kapitän, das er mich als Fährmann rüberbringt, für klein Entgelt, wenn ich nur wolle. Ob das erlaubt sei, fragte ich ihn sachte, und er zog aus seiner Tasche gelb Formular, ich schaute hin, und lachte mit ihm mit. Nur rüber wollt ich nicht. 23.7.2011 Zoobesuch: Heut fuhr ich mit dem Rad, Gänge rauf und runter, in den Zoo von Heidelberg, setzte mich bei den Bären erstmals hin und schaute an die schön Natur. Dann beglich ich meinen Eintritt und lief im Zoo herum, zuerst zum Entenweiher hin. Dann zu den andren Tier, bis ich zu den lauten Löwen kam. Im Affenhaus wars auch sehr schön, der Orang kam an die Scheibe und sah mir ins Gesicht, der Gorilla interessierte sich nicht, und der Schimpanse bot mit direkt am Fenster von seinem Grün, Salat, so lief ich weiter, wieder etwas erholt. 24.7.2011 Robert Puller: Straßenkämpfer, rief mich an für einen Kampf als Ringer. Er wollt die Werbung finanzieren. Am Parkplatz alte Meß, dort würde er gewinnen, beim Kampf auf Leben und Tod. Ob er noch bei Sinnen, meine Frag, und ich legte auf. 25.7.2011 Wasserturm: Da zog mich es hin, auch wo´s ein bisschen kühler, stand mir der Sinn, und Weiber gucken, grad die in meinem Alter. Die schönen wollt ich sehn, und so setzte ich mich hin. Unter den Arkaden, auf einer Bank, nahm ich mein Schicksal in die Hand, und fragte eine Schöne, die schon saß, ob der Tag heut so war, wie sie es wünschte, oder ob die Sonne gar zu heiß. Wir unterhielten uns, dann stand die auf, ich war allein und so fuhr ich etwas später auch nach Haus. 26.7.2011 Silbersee: Heut wars so heiß, ich musste bisschen schwimmen, so fuhr ich an den See hinaus. Fuhr in Neckarau schnell auf die Fähre, Abenteuer weit voraus. Über den Rhein in schneller Fahrt, fast wie auf dem Meer, kleine Wellenberge und kräftig bahnt der Bug sich schwer. Dann mit dem Radl weiter, bis an das kühle Nass, Decke auf den Sand und in die Fluten, herrlich wars, wie ich vermutet. 27.7.2011 Trinkerin: Heut bin ich in die Stadt gefahren, setzte mich hin am Paradeplatz, sah mich um und hörte, eine Dame sprach: Wenn nur nicht all die Greise wären, wo sind die Jungen hin, wenn nur nicht so viel Böses wäre, wo sind nur die Vögel hin. Dann trank die Wodka aus der Flasche, und übergab sich dort, wenn nicht selbst gesehen, ich tippte sehr beflissen auf Selbstmord, den die auf Raten sucht, und eines Tages hat sie Glück, fällt um, durch ein gebrochenes Genick. 28.7.2011 Mittagessen: Bratkartoffel mit Ei und Rostocker Kümmelwurst Hundeplatz: Heute bin ich auf die Insel, kam am Hundeplatz vorbei, hielt an und ging hinein. Dort war gerad ein Figurant dabei, den Belgischen zu figurieren. Ich setzte mich nach nettem Gruß, und sah mir alles an. Der wurde fit gemacht, und biss wie eine Zecke, um mich rum nur Meister, wo jeder hatte einen Beißer. Danach noch in die Wirtschaft etwas trinken. 29.7.2011 Heut musste ich, da die Mikrowelle kaputt gegangen, eine neue kaufen, und bin in die Stadt gelaufen. Habe überall gesucht, bis ich eine fand. Nun ist wieder alles klar, kann erwärmen, wunderbar. 30.7.2011 Heute Morgen lief ich durchs Bordell, sah die hübschen Weiber Schlange und an den Koberfenster lächelnd stehn. Ein paar kannte ich, die meisten warn mir fremd, rumänische Otternasen halt, die mich ließen kalt. 31.7.2011 Salzfass zu verkaufen, las ich heut im Weekend, und ich rief neugierig sofort an. Was denn der Sinn des Fasses wäre, und ob man in der heutigen Zeit unbedingt ein Salzfass braucht. Da lachte Meister Gerz kurz auf, natürlich braucht man ein Fässlein, grad daheim. Zum salzen, pökeln, kochen, backen, wer will schon anfangs was verzwacken, wenn ich es wollt, ich könne es haben, so der Meister von Handwerksgnaden. Ich bedankte mich und lies ihn wissen, das ich das Salz im Karton hab, und will es dabei lassen. |
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