Tagebuch
Übungen [05.01.2010]

Journal.

31.5.2011
Eine Krähe.

Lag tot vorm Haus,
grad rumgelegen und
noch nicht verderbt.
Ist mir aufgefallen,
dachte noch,
wer hat die hingelegt?
Ging auch runter, sah sie liegen,
merkte schnell, die hat was vor,
ein Tier am Tor.

Unser Türke aus dem Haus,
kam eines Tags von irgendwo.
Ich sah raus und übte mich,
sah den Tor, wie Tags zuvor.

Auch er sah dort die Krähe liegen,
unbewusst vielleicht,
doch dieses Spüren reichte schon,
weil unser Vogel fror.

Nun kam es denn, das in meinem Leben,
vor meinem Fenster, direkt davor die
Wildnis ist, der Türke kam,
die Krähe wünschte und unser Türke fror.

Nun sitzt in seinem Kopfe,
irgendwo im Hirn des mir Bekannten,
was zuvor als Vogel,
lange vor dem Menschen war.

Und kann durch seine Augen mit
erleben, wies auf Erden ist
und war.
Fressen, trinken und
gegessen werden,
Blut und Eiter,
Bier und Brot,
am Ende ist oft nur Atemnot.
Träumen, Liebe spielen, staunen,
lachen,
freuen, heut wie immer Kinderwelt.
Was ist in dieser Welt, was sie
zusammen hält? Immer und immer
wieder neu geboren?
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernsteinschnecke

1.6.2011
Pilzplatz

zu verkaufen,
las ich heute früh im Weekend,
durch das Telefon eine Dame
sprach ich an,
was der denn kosten solle
und ob schön er ist,
so fragte ich,
er auch ergiebig sei und
was für Pilz im Allerlei
dort wachsen würde.
Ob dieser Platz auch schön
versteckt gelegen, gar in der Näh?
O je, kam´s da aus der Dame Kehle,
was ich alles wissen wollt. Also,
sie hätt nen Pilzplatz zu verkaufen,
ja, in der Nähe,
auf der Insel bei di Panzerstrass am Würmerfeld,
den ihre Schwester mal gefunden hat
und er wär nun sehr gepflegt,
dort an der buschigen Steppe.
Im Winter schön versteckt,
im Sommer dank der Wolken
schattigs Plätzchen,
im Frühling guckten manchmal
keck, auch aufgeweckte Glöckchen
durch die Ackerdeck,
im Herbst zu jedem Jahr
wäre bei weiterer Pflege
mein Tisch gedeckt,
es wurden auch schon schwarze,
faustgroße Trüffel mal gefunden.
Ich fragte sie, die nette Frau,
was denn so in der Hauptsach
für Pilz dort an ihrem Platz
im Wuchs zum pflücken wären.
Darauf in höchsten Tönen lobend
sie, es wachsen Pfifferlinge und Maronen, Champignons, Seiburen, rumänisch gebauchte
Klitzerkrallen und sumerische
Löwenlatser,
auch äonische Sonnenkreiser
und ganz rare Belgier, Norderluren,
auch kleine Mongolen- Schnatterring,
und klitzekleine Blätterluftisprung,
leider aber auch der gelbweiße
Gergerescheling und das direkt
aus dem deutschen Stempelstamm
seiner nordischen Verwandten,
pst. sagte sie,
der Sozialneid hört mit,
dem dänischen Reibsägeling
und etwas entfernt
auch der seltene,
auf dieser Welt nun fast
ausgestorbene,
der letzte blaue Zeitler.

Von dem sollt ich Abstand nehmen
und ihn ewig Zeiten lassen,
er wär so schön
und wenn man ihn im Segen ließe,
könnte man jedes vergangene Jahr
durch die Farbe der Sekunden,
man könnt wie Seide durch
die Nanosonne sehn,
segelnder Fädenstrom im
Strahlenwind, vergangne
Zeit, seit der erste Adam längt.
Er würde in der Mitt vom Platze,
wild, aber zum essen,
etwas verstreut im Kreis darum,
die andern dem
Morgenthau entgegen wachsen.
Oh, wie schön, so sagte ich,
ein blauer Zeitler ist da auch.

Da sie,
das wär ein ganz besondrer Pilz,
er wäre eigentlich mal da mal dort
zu sehn, manchmal auch morgens fort,
aber dann zu Mittag wieder hier
und wenn sie zu andrer Stund
ihn dann doch noch kappen wollt,
weil ihr Mann und ihre Mutter
es so wollt,
da gäbe er durch wundervolles Farbenspiel
jedem, der ihn naschen soll, zu verstehn,
das es besser wär, ihn erst mal anzusehn,
denn, so muß ich wissen,
wenn man ihn pflückt,
da ist er schon
als heimelig
persischer Leoparden- Wanzilistau entrückt,
und wär eventuell auch sehr sehr giftig
dann.

Nur des Nachts am Lagerfeuer
bei Sichelmond und irgendwo
dahinter Luchs,
könnte man ihn verspeisen,
mit Musik und Schlehenkorn
ihn runterspült. Leider, auch
dieser Platz für mich zu teuer.

2.6.2011

Wieder zu Hause nahm ich mir noch mal
das Weekend vor und war auch recht
erholt, trotz meiner wehen Hand
und überflog, was ich schon wusste,
stockte dann, es stand:
Es wär an einem Ententeich privat,
ein Plätzchen gut geschützt,
auf einem Bänklein zu vermieten.
Da rief ich sofort an.

Es meldete sich
Frau Schönfleisch- Grusel,
Schafspferchweg zur 16 mit
Hallo und guten Tag.
Ich sagte offen, was mich trieb,
zum Telefon und ob das Plätzchen
noch wäre zu vermieten,
dass sie da inseriert. Sie sagte ja.
Wie er denn wäre, dieser Platz privater Ententeich?
Die Dame, das er wäre wunderschön
und nicht so klein,
eine Idylle für die Seele,
schon etwas größer,
fachkundig bepflanzt mit Grütze,
Binsen, Moos und an den Flechten
grüne Gräser,
Seerosen und ein Frosch darin,
und unter Bäumen,
schön umhegt auch Oleander, Fuchsien,
Bambus, mit kleinen Unterständen
und hinter dicht kultivierten Hecken
kostbare Statuetten, die ihr Mann,
auch ein Jäger, mal gestellt.
Ich dürfte als Mieter überall,
wenn ich´s mir leisten könne,
hinlangen, und auch hinsehen.

Ich wollte dieses und bat sie nett,
wenn sie mir doch erzählen würd,
wie viele Entlein darin gründeln,
an ihrem Eigentum die Heimat hätten.

Darauf die furchtbar nette Dame
fast in meinem Alter,
an diesem Weiher kann ihr Erpel
mit fünf veredelten,
nunmehr farblich angepassten
Kobaltriboenten,
nach seinem Geschmack dort gründeln
und aus vollen Zügen leben,
mit seinen Enten,
die alle aus dem letzten Jahr
noch Gössel hätten,
als uralte stabil
um und nun veränderte Rasse,
die nicht nur schmeckt,
sondern die nun die Küken
länger führen und auch vieles
anderst lernen würden.

Warum, so meine Frage, darauf die Dame,
sie würden selber klonen, ich solle nur
nichts verraten, es hätt vor drei Jahren
zum ersten Mal geglückt und
am Braten würde man gar nichts sehn.
Warum die denn so lange führen,
das wäre doch außergewöhnlich,
läge darin nicht ein Defekt,
so meine Bange Frage.
Als Antwort gab sie zu verstehn,
die Enten wären nun
viel größer und auch um vieles schwerer,
ihr gemeinsames Ziel ein halber Zentner,
auch um die Gemeinde
in einer Not mit zu ernähren.

Ach so, die wachsen länger,
so aus meiner Sprach
Erleichterung. Leider,
auch dieser schöne Platz
für mich zu teuer.

3.6.2011
Der Kannibale?

Gestern Freitag, nach 22 Uhr
und etwas später noch,
fuhr ich als 1. Dan
mit dem Fahrrad um die Ecken,
dachte kurz daran, das- was
muß ich noch einstecken vom
Dauer- Ärger jeden Tag seit 91,
den ich durch das Malerleb in
Knechtschaft hab. Die ich bezahle
und die nichts machen oder liefern
und denen ich für schmalstes Geld
auf dieser Welt zum wiederholten Mal
dann noch den letzten 10er ihrer
akademischen Schuld
nach 14 Tag durch meine Rede- Kunst
noch aus der Tasche beißen muß.
Nun fuhr ich locker dachte nach
und irgendwie, ich merkte nicht,
wie von hinten leise,
ein alter Radler kam,
der fuhr in einer Art
und Weise,
und in gleicher Höh,
er lächelte
ich dankte ihm und
rief ihm zu,
fahr doch vorbei.
Da stöhnt er laut und zog sich dann,
an seinem Radl hoch über in den
nächsten Gang wie ich
bemerkte und ich trat sogleich
auch ein wenig fester in die Pedale,
so verging die kurze Zeit,
die mir noch blieb,
als mein Reflex begann.
Er nickte kurz, trat an,
voraus, ich hinterher,
die Strassen lang-
in den Katzenbuckel
kurze Steiger enge Kehren,
um den Ring und iwwer die Brück
links in die Stadt vorher noch
rechts am Neckar lang,
in die Kurpfalz
und wieder zurück.
Eine Hatz doch ohne Opfer,
er grüßte noch
und war dann weg.
Ich fuhr heim und ging ins Bett.
Ob ich ihn wieder sehe?
Lebt der Kannibale noch?

4.6.2011

Heute wieder unterwegs,
als Zwecke Malerei,
hat aber nichts geklappt,
so fuhr ich wieder heim,
und überlegte, während ich so fuhr,
dann macht ich kehrt und radelte
im frischen Tritt noch auf die Insel,
nahm alles, was ich sah,
in der Erinnerung auch mit.
Am Rhein entlang,
gegenüber Industrie BASF,
dann bis es nicht mehr weiterging,
rechts rum,
ein Angler saß am Fluss
und wollte einen Fisch sich fangen,
ich hielt an und grüßte nett,
setzte mich dann ein wenig nur,
an seine Seite,
sah im Gespräch dem Schwimmer zu,
wie er in den Wellen tanzte
und ab und zu auch unterging.
Die Luft war klar, die Sonne schien,
es war ein wenig frisch und ich
erzählte ihm von meinen Sorgen,
das aus dem ganzen,
noch immer reichen Land,
trotz meiner vielen Werbung,
niemand reicht die Hand,
bestellt ein Bild.
Ihm würd es auch nicht besser gehen,
sein Kind wär grad am Krebs gestorben,
und seine Frau sich darauf aufgehängt.
Nun wär er ganz allein.
Ich wusste gar nicht,
was sollt ich darauf sagen,
so schwiegen wir und in Gedanken,
war ich unterwegs, bei ihm.
Nach einer Weile fragt er,
ob ich glaube,
dass es für seine Tochter
weitergeht.
Ich lies mir alle Zeit, weil,
ich wollte nichts Halbes darauf
sagen.
Dann erzählte ich aus meinem Leben,
und wie ich den Weg zum lieben Gott
in allen Stationen habe selbst erlebt,
davon, wie ich fast ein Jahrzehnt
in meiner Zelle, die Welt,
besonders die in meinem Kopf,
wie ich den Bodensatz erforschte
und andauernd hinterfrug,
als geläutert Demut Seele zu Gott
dann fand, der ja nicht sichtbar ist,
nur durch die Phänomene
reicht die Hand,
und wie viele Jahre alles dauerte,
ich denke, sagte ihm, dass seine
Genetik, das seiner Tochter Seele
weiterlebt.
Ich erzählte von dem Schimpansen,
und alles, was da davor schon war.
Vom 1.
2. Zweikampf mit der Schlange,
aus der Tiefe der Natur,
vom Mond und seiner Kraft.
Vom Sonnenlicht,
vom Schneemann und von meinem Aug,
das sich dann angepasst,
auch von der Summe neue Sinne,
die Anfangs Angst gemacht,
von den Träumen in der Nacht,
wo ein Engel in den Körper kam,
von Vogelaugen, Stimmen,
von meiner Kampfkunst,
die mich weiter trug,
von Bildern tags,
die kamen ohne hinzugucken,
vom neuen Ohr, das nun die kleinen Ängste
sah, bis, das ich in einer unglaublich Halluzination, Gott persönlich sah,
der den Himmel für mich als Krieger
teilte, und ich die Augen
schloss für immer, davon,
von Satan, der mich dann aufgegeben hat.
Für mich ist klar,
sein Kind lebt nach einer Spanne,
weiter irgendwie,
und sei es atomar,
auf jeden Fall so lange,
wie sich
noch jemand kann an sie erinnern.

5.6.2011

Es klingelte das Telefon,
es sprach ne nette Frau.
Sie wär mit Dame Laak
von Hott und Klünder
im Zauberzuber bei Worms
und übers Handy in Memento
ganz allein.
Auch wolle sie beichten u.
ich fragte sie nach ihrem Namen
und was ihr für Schaden
aus dem Umfeld und seelisch zugefügt,
dass sie sich rächen musste.
Sie sprach mit leiser Stimme,
das sie hieße gerne Brutus
aber immer öfters auch Isolde,
dann lieber aber
aus Sünder Cranachs Bauch.
Ich nahm mir die Zeit
und sagte Ihr das Ihr
schon vergeben wär.
Warum Isolde nicht
Irene wie die Silen von Antachius
im Rauch warum Isolde
nicht Eidene wies Mäuslein aus dem Gartenschlauch?
Warum gern Brutus,
weißt du nicht erfahrne Tochter,
das dieser durch den Senat-
igittegitt.
Warum aus Sünders Malerbauch,
wo Du doch in der Lust- Sucht
jammerst? Sie freute sich,
dass ihr vergeben, und meinte
noch, dass wenn?s so schön
im Geben wird zu werden,
wer wird ihr geben,
ohne zu nehmen ihr
mädchenhaftes Seelenheil?
Dann grüßten wir ich legte auf
und setzte mich und schrieb ihr
in Kopie die nächsten Zeilen.

6.6.2011
Gedanken.

Gänse Gänse Gansewicht,
krudes Leben vergiss es nicht.
Geh hin, auch so, als wär dein Name-
Reichsknecht, Lob durch Ehr in
Tradition, Pflicht Fuß Gewähr,
ein ewiger Laib der Habe.
Des Landes Glück ererbtes
Gut der Väter und der Mütter.
Ein Täter der dieses möglich
dadurch im ohne Halt und sich
dabei recht seiner dünkt,
ohne Sorgfalt stückt,
der Kanzels Sorg im Morgen
und im weit darüber liegt.
Ich denke, das aus der vorhers Kraft
in Jesus unser Fundament der Erde
durch aller bürgt und hängt.
Die milde Güte und verzeih übers
sucht ins Komma fließt,
die Seele und noch im Satzgefüge
leicht erstickt.
Weil der Druck von viele müssen
ins Morgen dadurch über presst,
ein Rahmen,
Angst der Sorgen ohne Antwort läßt.
Dabei wäre ein ja die Kompetenz
im sicherlich
gerade schwierigen,
unser Glück mit Fragezeichen.
Es wurzelt doch im Dübel über
die Schraube
im Gesät zur Speis die Wand.
Die Sorge Mensch soll Zarge
bleiben.
Frage denkt, dann nutzt es.
Ihr Leut, Land andere Kultur.
Mär und die Liebe sagen und obs
über Kreatur und
Engel Wesen Licht, im Staube ist?s,
was übrig bleibt.

7.6.2011
Grollgedanken:

In ihrer Vase, die Blüte keck gereckt,
stand ihre Blume immer im Verdacht,
ob sich auf Dauer nicht,
am Grunde Übles oder Arges,
vielleicht sogar ein Groll versteckt,
?pass bitte auf beim Tränken?.

Es war einmal am Boden,
unter dem Elixier noch
nach den Eltern und Bekannten,
ein wenig Tau aus Glück,
auf dem die Weiber dieser Stadt,
einstmals als Blumen ruhten,
im Leben dieser Damen,
dann aber doch noch Stück
für Stück ins Elend trugen.

?Sie hielten zurück mit Nektar,
dann wieder alle und viel zu viel,
auch mischten sie hin und wieder
auch die widerlichen Krümel
in meine dauernde Lebensmüh?.

Es wär deswegen, das sie heute
jedem und es käm ein jeder recht,
gerad bevorzugt Maler vom besten
aus der Lende, der sich nicht wehren kann.

Die machen jeden schlecht und
einem ?Zuckerle von Gnaden?
so sagen sie, geben wir in diesem
Leben, nicht den kleinsten Finger.

?Was haben wir uns bieten, wie wurden
wir gedrückt, deswegen geben wir auch
einem Mann nach Jesus sowieso den Rest?.

Es ist ein Geschenk noch eingepackt,
unter dem Papier versteckt.
Es wird doch nicht ein Enzian sein, von
dem ich durch das trinken, und danach?
die Sinne entschwinden.

Absatz:
Landfrau, gut und ederlich,
gesaat mit brachem Wölb,
gesucht
wird Elle de Lignischeur.

Der Ehre wegen.

8.6.2011
Gedanken:

Ich hab gekannt so manchen Blick,
als Pfand erkannt, wo Ihre Schuh
sie fast erdrückt,
ich hab gekannt, zu was die fähig,
gedrückt für Glück die Hand.
Der Weg zu Gott war meine Bank.

9.6.2011
Ein Herr Bodo Greiler, von Beruf
ein Kettengassler, rief mich an
und fragte lieb, wie es wär
mit Schach, ganz nett,
in 32 Zügen bis zum Matt.
Darauf ich mit leichtem Lachen,
ob er überhaupt ein Meister sei,
ich wäre auch nicht schlecht.
Darauf der Meister,
das er in Kandahar studiert
und in Russland
Schachcafes sein Leben lebt,
und ich bat um nen Besuch.
Die Klingel ging,
ich hatte alles aufgebaut,
er grüßte kurz und begann
seine Lauer auf meine Mauer,
die noch gar nicht
stand. Lanski Doppler,
Brühler Finte, Zuglexika im Kopf,
Kartuschensturm in Stechertechnik
auf seinen Turm, dann ein
funktionaler Angriff
über die Rochade und die Außenbauer
in Frontale.
Pferde preschten vor, zu vorgewagt,
ich muss zurück, seine Dame nahm
mir alles weg.
In 24 Zügen- ich war platt, Matt.

10.6.2011
Röchlin Burg Geschichte.

Es war einmal vor langer Zeit;
grad gestern wars wie heut,
des Nachts ein Suchen.
Es wollten von uns viele
auch ein Stück vom Kuchen,
so fuhren wir dorthin,
und wollten uns das Kupfer holen,
vom Dach, und auch das Zinn.
Röchlin Burg um Mitternacht,
wo nicht nur Penner
um den Schlaf gebracht.
Der Roland Berlejung
tat sich dort hervor,
schlug und trat, die anderen,
die lachten nur, auch ich sah zu,
aber machte nichts, ich dachte nur,
wer macht da mit und
heute Morgen fuhr ich dort vorbei,
hörte wie vor 30 Jahr die Geiferei,
ich würds nicht wieder sehen wollen.

11.6.2011

Am Telefon meine Bekannte
Frau Isa Reizerl,
Kapuzinerplanken 4,
in der Näh vom
Standbild Mores zu Eschelbach.
Erst, wies mir geht,
dann hätt sie gesehen,
wie eine dorische Muse
mitsamt
Rotstockerschellenstock;
wie diese wuchtig im Hauseingang
des Pflastermalers
Ivo Hirschel verschwand,
um wenig später dann als
freifrischlaute
Balkonsouffleuse im Kostüm und
aufgereizt einen lasterhaften
Vortrag im
Sprechgesang über den
verstorbenen
Gesargel Georg Zaunzung
hielt,
und dann zusammenbrach.

12.6.2011
Mittagessen:

Schnaps und Schnitzel.

Heut hatt ich Lust zum trinken,
heut hatt ich Lust auf Fleisch,
es war kurz nach der Mittagszeit,
als ich die Flasche setzte,
das Schnitzel in die Pfanne schlug.
Nach einem halben Liter
und dem panierten Fleisch
legt ich mich ins Bett,
ich hatt genug.

13.6.2011
Flötenspieler.

Heut war ich am Fluss,
ich wollt mal wieder
in der Sonne liegen,
ich legte mir die Decke
schön zurecht,
legte mich hin und fing gleich
an zu träumen,
als nach einer Weile eine Flöte ging.
Erst leise, schön getragener Ton,
dann in einer Weise,
das ich den Spieler
suchte, der unter einem Sonnenschirm,
am Neckar stand und spielte,
ich überlies mich meinem Sinnen, ging
in Gedanken zurück und vor,
mir kam es so, als das der Flöter
musste spüren, dass da ein Träumer war.

14.6.2011
Zeitungslese

Eine Namenlose, als
Stupor im ZI,
die über ihre Blähungen eine
vermutlich verlorene Ehre
wieder in Gang bringen wollte,
auf Blickkontakt der Psychologin
Karin Blaser,
die ähnliches erfolgreich
bei Siggi Kernlein beobachtete,
und als Anregungsvorschlag
dann als Anwendung vortrug,
die auf einer überwachten
Fundamental Atemstautechnik
einer Makakkenart
auf Bali basierend, hier als
spitze Finger Kompression beim
End- dann Urschrei durch
Melkfett, Stöpselwechsel
und mittiger Randstimulierung
nach Verholliste Dr. Krizer
beginnen sollte.

15.6.2011
Holzdiebe.

Zwische de Häuser direkt bei mir
stehen schöne Birken, Ulmen,
Pappeln hier, und heute Nacht,
da wurd ich wach durch
Säggeräusche, die ich hörte,
ein leiser Krach.
Ich ging ans Fenster und glaubte
meinen Augen nicht,
vermummte Russen, die die Bäume
sägen taten, sie waren schon
am letzten Baum.
Dann trugen sie die Klafter
zu sechst auf einen
Laster und fuhren fort.
Wenn ich nun aus dem
Fenster schau, alles abgesägt
und weggemopst.
Nur noch Stümpfe ragen aus dem Boden,
Späne überall, die Rinde abgeschält
und weit verstreut,
ich denke, dass es Frierer waren,
selbst Gleise oder Plastiken von
Henry Moore werden heutzutage
ja für den Schrottwert gern geklaut.

16.6.2011
Mittagessen:

Flasche Wein, gekochtes
Kopffleisch, Knödel
und Rotkraut.

Mutter hätte heute ihren
78. Geburtstag

17.6.2011

Am Steinhauerplatz Sitzbänkel
zu vermieten, las ich im
Generalanzeiger und ich rief
dort an. Herr Fröhlich Rudolf
begrüßte nett und sagte
dann, das die ganze Bank
noch frei, wenn ich liquide
bin, es wär ein schöner Platz,
ganz ohne Hast könnte man die
Steinermetzen bei der Arbeit
sehn, es würde auch ne Brotzeit
jeden Tag gereicht, mit einer
Flasche Bier und einem Korn.
Ich fragte noch, wie die Umgebung
wär, worauf er, der Platz sei
im Dorf inmitten alter Eichen,
der Brunnen nebenan in Trinkwasser-
Qualität, und viel verschiedene
Blumenbeete ringsherum,
ein Denkmal auch, und für Gebrauch
ne Peitsche. Ich fragte, was, wofür?
Um die Männer anzutreiben, worauf ich
aber keine Lust. Ich sagte ihm,
das ich sehr erleichtert bin,
dass ich nicht angetrieben würde,
bei meiner vielen Arbeit und ich
verzichtete auf diesen Bänkelplatz,
auch war er viel zu teuer.
Was heutzutag die Leute alles so
verkaufen, man glaubt es kaum.

18.6.2011
Spezialangebot auf Flyer:

Von gestern noch und
heute i. Briefkasten.
Wenn Sie buchen, eine
spätministrantische
Orientierungslosigkeit
in einer theatralisch
arrangierten, aber noch
ordentlichen calvinistischen
Personalunion, nach einer
ökumenisch erforschten
und mitgefilmten Anamnesesituation-
die Kredenzer Beichtonanie
in eigenen Schuhen,
über vorgehaltene, ehemals unerlaubt
angeeignet/unterschlagenen
Vorlagsbildern des Clubs von
der einstmals anonym
beerdigter Base Luise in
verschiedenen
Kostümen des Schulleiters
Luidor Hansi Grin.
Auch als Texturvergebung:
Beichten und Austreibungen
gerade nicht leichtgemacht.
Geheimnis, Buße und Versagen,
auch Kollekte eines
Handgescherbels mit andienernden,
uferlosen Erlösungsschreie
des Hintergrundchors.
Ihre Therapie über Frau Dichter,
Tel: 0621- 17749818

19.6.2011
Friedhofsleben.

Heut war ich im Gericht mich wehren,
als danach ich noch mit´m Radl fuhr,
einfach geradeaus, kam irgendwann
dann noch am Friedhof Neckarau vorbei,
und ging hinein.
Schlenderte die Gräber lang und las
die Namen, als weiter vorn, fast
schön versteckt, ne attraktive Dame
stand, in kurzem Rock, kariert,
braungebrannt und in hohen Hacken,
in einer Bluse blanker großer Busen,
gerade auch in meinem Alter,
nach mir winkend, und als ich dort,
fragte sie, ob ich nen Schnaps dabei,
wenigstens eine Zigarette hab.
Ihr wär so heiß, sie hätt deswegen
unterm Rock auch gar nichts an
und flugs hielt sie ihn hoch.
Ich lobte ihren Wuchs, die
bestrumpften schönen Beine und
schaute um, wir waren ganz allein
und ich frug sie nett,
warum sie hier und nicht wo anderst
fast am sterben
ohne Schnaps und Zigarette sei.
Da sie, hier läg ihr Freund,
der vor einem Jahr an einer
Überdosis Graubrot und am Erbrochenen,
dann grauslig daraufhin gestorben war,
und sie trug mir auf, ihr dicht zu folgen,
sie führte an der Hand geschickt entlang
der Gräber, an eine hinterm Busch
versteckte Linde dann,
worauf sie in die Hocke ging,
und erst mal urinierte.

38 Euro 50 hatte sie mich schon
gekostet, als ich wieder recht
bei Sinnen war, den Friedhof werd
ich öfter mal besuchen,
und wenn Margot Lanzel da,
ein Päuschen machen,
so unter freiem Himmel
hinter dichten Büschen
und unter dieser Linde,
kann man seine Einsamkeit
als alter Mann schön überwinden.

20.6.2011
Als Figurant:

Heut fuhr ich auf die Insel
wo die Schrebergärten stehn,
ich war eingeladen von
Karl- Heinz Seel der seinen Garten
und den Kirschbaum mit Natodraht
umhegt.
Er bat mich in die gute Stube, nett,
setzte vor mich Bier und für den
Hunger Brot mit Mett, Zwiebelchen
und Paprika.
Dann sollte ich beginnen, er holte
Bimbo, seinen rumänischen
Mastiff hervor, den sollte ich
figurieren, was ich auch tat.

21.6.2011
Im Lokalteil gelesen:
Erzwungener Fischverkauf am Neckar.

Der aus Armut intelligente frühere
Schwarzfischer Knut Hechtel
Rohrbach am Tage seiner
Fischereikarte mit drei Zandern
unterm Handtuch noch im Einsatz,
dann in Verhandlungstaktik
mit Schnellbootinspektor
Lars Muli- Sitte und
Schusslige- Kimmkorn Ute
über die frische Nahrung am
helllichten Tag Jungbuschbrücke,
durch deren Drohgebärde in der Aufsicht.

22.6.2011
Mittagessen:

1 Flasche Bier,
scharf gewürzte Kuttelsuppe.
Hühnerherzragout gesoßt mit
breiten Nudeln, grüner Salat,
süße Erdbeeren.

23.6.2011
Finkenfang.

Bei mir vorm Fenster lebt die Wildnis,
am Futterplatz ja sowieso, den ich
gelegt hab für die Katzen, man sieht
für kleines Geld immer schönes Tier.
Nun hab ich heute rausgeschaut, auf
die Bäume, die neu gepflanzt, sah
die Katze, wie sie im Gebüsch erst
lauerte, dann fing nen kleinen Finken,
der nicht aufgepasst, den fraß sie nach
dem Rupfen, fast vollständig und auf
einmal auf.

24.6.2011
Abgestochen.

Ein heiterer Schwall Kammerblut
am Freistoss. Mittelstrasse. West.
Der Kampfhund Shar Pei vom Latz
und der wehrhafte Duffi mit altem
Bajonett. Danach den Kadaver
in die Mülltonne und niemand
regte sich auf, es rief auch
niemand die Polizei.
Auch ich ging nach Hause,
und schrieb den Tagebucheintrag
von heute.

25.6.2011

Heut fuhr ich auf die Insel,
um etwas anderes zu sehn,
ich radelte am Rhein,
ein schöner Sommertag.
Wo Schiffe fuhren und ein
Ruderer mit sicherem Schlag,
die Vögel sangen und
ein Herrchen ob seines Rüden
fast war verzagt, da fuhr ich
schön entlang, bis rechts dann kam,
der hohle Weg zur Panzerstrass.
Dort habe ich trainiert, Boxen,
kurze Sprints und Klingenwurf.

26.6.2011
Mittagessen:
Frittiertes Muschelfleisch, Pilzgemüs und
250ml Franzinger Heilschnaps.

Färber.
Gefärbte wilde Sauhaut zu verkaufen,
las ich heut im Weekend,
und ich rief die Nummer an,
Herr Leichtgrau Fritz meldete sich.
Ich frug, was denn für eine Farb
die Haut nun hätte, er fröhlich
rustikal, ein volles Rosa wär es,
und wie ich an seine
Nummer kam, ja, man kann die
Haut 15 Euro sKilo teuer,
gerad auch backen, mit etwas Speck
daran, würd sie auch nach 14 Tagen,
sie wär nun konserviert,
wundervoll noch schmacken.
Ob er Prospekte hätt und
die Haut zuerst anschauen kann,
das verneinte er, ich müsst
bestellen, und mich an der Lieferung
der Post erfreuen, ich lies mich
leider wieder telefonisch trennen,
gekostet hätt ich die Haut sehr gern.

27.6.2011
Zeitungsnotiz im Lokalteil:

Der Uhrmachergeselle
Uwe Zündler als Opfersack -
Binder im Katzenkeller.
Fleischfunde von verschiedenen
Tieren im Theresienkrankenhaus.

28.6.2011
Goldfasan und Hennen.

Heut fuhr ich auf die Insel,
zum Würmerfeld am
Neckar lang.
Vorbei an Büschen, Weiden,
Sträucher, Zelte,
auch entlang der Eisenbahn.
Panzerstrass, hinein ins Grüne,
noch mal dort hin, da wo die alte
Scheuer steht, am Galgenbaum
von Ost und West.
Ich stellt das Radl ab, lief übers
Feld, blieb kurz stehn, weil ein
Habicht drüberflog, schaute
mich um und war erstaunt,
weil zu meinen Füßen lag
ein Hase, tot und frisch gerissen,
noch nicht verwest, es wird
ein Fuchs gewesen sein, und
weiter vorne trieb ein Goldfasan
die Hennen übern Acker.
Was mir in meinen Ohren blieb,
waren das Gegacker und der wilde
Flügelschlag,
bei der Fasanenjagd auf Hennen.
Nicht weit, nur 100 m. Ein Schuss,
das wäre es für den Hahn gewesen,
gleich geschnappt und schön bedeckt,
er als Braten und mit Soße
sicher hätt geschmeckt.

29.6.2011
Mittagessen:
1/2 Ente, Kartoffelzwiebelbrei.
1 Flasche Bier und zwei Korn.

Ein Wiener Lanzenwerfer,
Baldur Wissner sucht
Trainingspartner übers Weekend,
da rief ich an und fragte
nett, ob ich in Frage käm,
er sagte ja, vielleicht.
Von der Statur und von der
Kraft her ginge es,
doch ob ich auch was im Kopf,
und ob behende ich auch sei.
Wieso, die Frage und darauf er,
ich wär das Ziel, so müsst es sein.
Das lehnte ich doch klugerweise ab.

30.6.2011
zur Feier, das

Deutschland gegen Argentinien
weiter kommt-
Abendessen:

Lothringer Bürzelbraten mit gesoßtem
Krautnest und gepfefferten Kartoffelspalten.
1 Flasche Dornfelder 1984





1.7.2011
Lammkopf im Wirsingkragen mit
Kartoffelknepp und geteigter Biersoße.
Kleine Flasche Leininger Bauerntrunk.

Ein privat finanziertes Hörspiel,
zu verkaufen, las ich heute im Weekend.

Eine Duplex 4 fach Onogramme,
thematisch aus je
27 Halb/Ober/Mitteltöne in Strophe
und manche auch arglistig gesetzt,
über und unterhalb von 9 Achtel-
und 2 Viertelstöhner, mit nach
unten abgewürgtem Kontrapunkt über
die Zwerchfellstimulation dann
fliehend in eine Urach/Danziger
Gürtel- u. Notenschleifspiralik
durch Griffelkitzelgriffe in
2 Cis u. tiefe Dur´s mit gestrichenen
Groll u. Brecherechos durch eine
nasale Stimme.
Es wäre eine sensible Vokal-
Informativ- Rustikale,
leider wieder mal zu teuer.

2.7.2011
Am Lindenbrunnen

in der Altstadt Käfertal,
wo`s mich heute hintrieb,
wäre heute Damenwahl und
es sollt auch kostenlose Speis
und Trank dort geben, so nahm ich die
lange Qual des Weges gern in
Kauf, und kurz nach 10, nach altem
Brauch, war ich am Brunnen,
setzte mich und sah mich um,
fragte nach dem Namen meines
Tischnachbarn. Er ist ein
Staufersauf, so seine Worte,
und er wär seit gestern da.
Es gab Musik, Trompete,
Geiger und ein Clown, der
Tanz begann und ich schaute
nach den Fraun.

Hilde hieß die, die mit mir nach
Haus zum lieben fuhr.

3.7.2011
Eine kleine Rodacher Plastik

wäre zu verkaufen
hörte ich durchs Radio.
Die würd den Hunger stillen und den
Durst erträglich lassen, Gicht und
Rheuma, Bauch und Kopf,
Herz und Blut zur Heilung bringen,
und den Besitzer adeln, so war ich
schnell im radeln hin und wollte sie
erwerben, sie wär im schiefen Haus
in Feudenheim.
Ich war dort und suchte sie,
dann auch im Garten und im Keller,
nachdem ich Eintritt hab bezahlt,
nach 1 Stunde hörte ich, das ein Bäcker
sie geschnappt und ich keine
Möglichkeit mehr hab, an die Miniatur zu
kommen, so fuhr ich wieder heim.

4.7.2011
Schattiges Plätzchen

über den Sommer
am Froschteich zu vermieten, da rief ich an.
Gertrud Winter war am Telefon, wo ich
um Informationen bat.
Nun, der Froschteich wäre
eigentlich nur ein hohler Stamm der Eiche,
umgedreht und ausgesägt, da sitzt ihr
Frosch und, wenn man freundlich ist, man
ihn so sieht. Er wär sehr groß, schon fast
ne Kröte, und man könnt bei ihr,
Fr. Winter, auch die Insekten kaufen,
die man braucht zur Fütterung.
Um herum wär eine Pergola gebaut, die
mit Rosen überwachsen, eine Bank und Tisch,
Getränke wären extra, und ne heiße
Weißwurst könnte man bestellen.
Ich machte mit der Dame auf heute
eine Probesitzung aus, wo sie denn lebe?
Im Hinterhaus beim Alten Fritz,
Lameystrasse, da wär der nette Platz,
so fahre ich im Lauf des Tages hin.

Abendessen:
Portion gebeizte Ochsenzunge,
gegrillte Paprika
und delikat gewürzte Reisbällchen,
grüner Salat.

5.7.2011
Im Lokalteil mitgelesen:

Heut stand, das nach einer
schwer ausgeuferten Apostelsause
mit Namen Klarer Korn nach Rüpeleien
eine zwangsweise Blutentnahme
in L6 am Boxer Gustav Linus Beger
aus Kornwestheim in mehreren Ansätzen
dann erst zum Erfolg führte und er seinen
Rausch auf der Zelle ausschlafen konnte.

6.7.2011
An der Tür geklingelt.

Salbenvertreter Heiner K.
für die Heilung heißer Beine,
so stellte sich er vor, und ob ich Bedarf,
auch wenn ich noch gar nichts merke.
Mit vollem Vitaminkomplex, Kalium, Jod,
Senfpastillen, dicker Binde, will er mir
helfen, und ob ich Telefon schon hätt.
Er schafft für 4 Firmen als Vertreter, und
irgendwas wär für mich auf jeden Fall dabei.
Schade musst ich sagen, ich hätte kalte
Beine und Telefon schon auch, aber mein
Nachbar, der wolle kaufen, so klingelte
er bei ihm und ich war wieder frei.

7.7.2011

Der angetrunkene Marktschreier
und jetziger Hauptnervenhändler
Richard Gender Stocherzug
in der Augenbank Dr. Fulsing und
Töchter. Käthe Kollwitz Strasse,
da fuhr ich hin, wollte meine Brille
richten, mitnichten wollte ich in
diese Schreierei, als Richard Genter
übelst rief, wer ihn betrogen, er
würd nun gar nichts sehen, an Geld für
seine Nerven. Die Töchter schrien, der
Doktor wollt die Polizei, ich war
fertig und fuhr heim.

8.7.2011
Zirkus

in der Stadt, wo ich heute war,
Tiere gucken, wie sie leben,
was sie fressen. Tiger, Bären, Pferde,
viele andere und auch Maja, Elefant,
die mit einem Dromedar auf dem
eingezäunten Platze stand.
Die Tiger und die wilden Bären
kämpften, schliefen, dösten,
heiß wars auch im Zebrazelt,
die Kamele furzten, Rösser gähnten,
Hunde bellten und am End war alles nett.

9.7.2011
Kippenstecher.

Heute schaut ich aus dem Fenster
und sah einen jungen Mann, der
mit seinem Nagelstock, nach
Zigarettenkippen stach.
Er nahm einfach jeden, den er fand,
mit der Spitze, dann in die Hand,
von da zum Beutel, dann war er auch
schon weg. Wie kann man soweit
fallen, das man in Freiheit
diesen Dreck noch rauchen tut,
da gibt?s doch Schicksals Mut.

10.7.2011
Mittagessen:
kaltes, gebratenes Ziegenfleisch
mit Bauernbrot, Paprika, Zwiebeln
und Käse.

Heut fuhr ich auf die Friesenheimer Insel
mit dem Rad, am Rhein, dann rechts im
Gräberfeld den Weg entlang, um an die
Panzerstrass zu kommen.
Dort hab ich einen Tisch mit Stuhl mir
hingestellt, zum lockeren Ausruhen.
Ich lies die Augen kreisen, sah in den
Himmel auch, sah weit weg, des Jägers
Turm, es war die Ruhe vor dem Sturm,
der aufzog, blitzesschnell.
Schon war ich auf dem Rad und fuhr
nach Haus, wurde noch nass bis auf
die Haut.

11.7.2011
Spaziergang.

Heut war ich unterwegs,
kam an den Rhein am Ufer lang,
in Lindenhof am Altrheinarm,
bis zur Silberpappel hin,
ein schöner Gang, in leichtem
Schritt für Schritt
mein Weg. Und als ich
zurückgelegt und bis
nach Neckarau gekommen,
war ich schön erholt,
ob des Himmels,
der schönen alten Bäume,
Wasser, Vögel,
Enten, Schwäne, so dass
ich eine Pause machte,
an einer Bank am Fluss.
Und dann zurück nach Haus.


12.7.2011
im Lokalteil mitgelesen:

Unfall Kurpfalzbrücke, wo ein Schwan
in der Oberleitung der Tram sich verfing
und hing und dessen Kot die Kappe
der Offenbacherin Lydia Molcher traf,
die vor Schreck ihrem Cabriobeifahrer
Georg Sänger in den Arm biss, als er
sie säubern wollte.

13.7.2011
Reisigbinder:

Schwarzarbeiter Mentil Kutschmer,
so sein Name, als er am Abschluss
vor mir stand, und
ob ich einen Besen bräucht,
der auch in der Hand gut läuft,
frisches Reisig von heut früh,
den er im Wald gesammelt hat,
und wenn ich nicht geizig wär,
er an mich verramscht.
Doch leider hatt ich schon nen Besen,
und gab ihm nett die Hand.

14.7.2011
Türverkostung:

Heut klingelte es an meiner Tür,
ich machte auf, es stand davor
Herr Katschmarek aus Kasachstan.
Der hatte einen Umhang an und
in der Hand ein Glas.
Ob ich die neue Sorte kosten wolle,
es wär ein Wodka, selbst gebrannt.
Und in der anderen hat er die Flasche,
er winkte mit dem Etikett,
und als er wieder weg, fiel ich betrunken
wie ein Stein ins Bett.

15.7.2011
Schergenhöhle:

Gegen Mittag fuhr ich mit dem Rad
nach Ost zum Bürgermarkt, es
führte mich der Weg am Neckar lang.
Dort an der Höhle hörte ich
Musik und schaute mich gleich um,
hinterm Efeu saßen deutsche Schergen
und alberten sehr rum.
Am Spieß ein Lamm, das lecker
schmeckte, und eine Schergin, die
mich neckte, dazu ein Spiel von
einem Geiger, was mir gefiel.
Alle lachten, alle sangen, einer
ward am Baum gehangen, eine Schergin
kreischte, und ein Kinderscherg
erheischte
ein Kaninchen, das frisch gefangen,
nun als Preis dann diente.
Ich stärkte mich und aß und trank,
dann fuhr ich weiter durch das Land,
zum Bürgermarkt gleich linker Hand.

17.7.2011
Butzbacher Larven:

Heut bin ich in West mal
wieder rumgefahren, hab den
und die getroffen, Gisela
war wie immer, auch schön
angesoffen, Gerhard war geballert
und Jürgen auch wie sonst.
Dann bin ich die Mittelstrasse lang,
traf noch Nasi Bang und bin wieder
heim, Butzbacher Larven, jeder für
sich und alle allein.

18.7.2011
Heut schaut ich aus dem Fenster,

sah die Nachbarschaft. Bekam
Besuch von Ali und seinem Freund
Murat. Dann schaut ich Fernseh,
schrieb am Tagebuch, hörte Radio
und schlief sehr gut.

19.7.2011
Eselspfad:

Heut fuhr ich in den Käfertaler Wald,
ein wenig reiten war heut angesagt.
Ich hatte einen Wallach, kräftig zwar,
trotz allem aber einfach.
Und wir ritten in der Gruppe, Reiterweg,
über den alten Eselspfad.

Abendessen:
Gebratenes Kopffleisch
und 1 Sauschwänzel, gschmelztes Zwiebelpüree.

20.7.2011
3. Mann gesucht:

Heut las ich im Weekend,
das zum Skat ein dritter Mann
gesucht. Dort rief ich an und
wollte mich erkundigen, wie
sie als Spieler sind dabei.
Nun, so Herr Reiter, er wäre
listig und doch dabei auch sehr
neutral, manchmal zornig,
einfach abnormal, reizen
tät er bis zum letzten,
und sein Freund Herr Mäder
findet das genau so ätzend.
Der wär auf Ausgleich immer
sehr bedacht, doch wenn
Grand- Ouvert, eiskalt
und er lacht, wenn ich wollte,
kann ich zur Probe-
ganzer Cent, dazu werd ich abgeholt.

21.7.2011
Mittagessen:

Dönerfleisch u. Kartoffelsalat.

Pfeifenhändler Juri Osipoff aus Bulgarien
klingelte und ich machte auf. Da stand
ein Fremder, der in der Hand ein Tuch
mir zeigte, auf dem 9 Pfeifen lagen.
Ob ich eine kaufen wolle, ich besah sie mir,
doch leider nicht, da ich mit dem
Rauchen aufgehört, und fast empört
ging Juri wieder weg.

22.7.2011
Ich AG.

Heut war ich am Neckar,
hab mich sehr gefreut, und als
ich weiterlief, lag da im Fluss
und schön vertäut ein Nachen,
und auf meine Frage sagte mir
der Kapitän, das er mich als
Fährmann rüberbringt, für klein
Entgelt, wenn ich nur wolle.
Ob das erlaubt sei, fragte ich ihn
sachte, und er zog aus seiner
Tasche gelb Formular, ich schaute hin,
und lachte
mit ihm mit. Nur rüber wollt ich nicht.

23.7.2011
Zoobesuch:

Heut fuhr ich mit dem Rad,
Gänge rauf und runter,
in den Zoo von Heidelberg,
setzte mich bei den
Bären erstmals hin und schaute
an die schön Natur.
Dann beglich ich meinen Eintritt
und lief im Zoo
herum, zuerst zum Entenweiher hin.
Dann zu den andren Tier, bis ich
zu den lauten Löwen kam.
Im Affenhaus wars auch sehr schön,
der Orang kam an die Scheibe und sah
mir ins Gesicht, der Gorilla
interessierte sich nicht, und der
Schimpanse bot mit direkt am Fenster
von seinem Grün, Salat, so lief ich weiter,
wieder etwas erholt.

24.7.2011
Robert Puller:

Straßenkämpfer,
rief mich an für einen Kampf
als Ringer. Er wollt die Werbung
finanzieren. Am Parkplatz alte Meß,
dort würde er gewinnen,
beim Kampf auf Leben und Tod.
Ob er noch bei Sinnen, meine Frag,
und ich legte auf.

25.7.2011
Wasserturm:

Da zog mich es hin,
auch wo´s ein bisschen kühler,
stand mir der Sinn, und Weiber gucken,
grad die in meinem Alter.
Die schönen wollt ich sehn,
und so setzte ich mich hin.
Unter den Arkaden, auf einer Bank,
nahm ich mein Schicksal in die Hand,
und fragte eine Schöne, die schon saß,
ob der Tag heut so war, wie sie es wünschte,
oder ob die Sonne gar zu heiß.
Wir unterhielten uns, dann stand die auf,
ich war allein und so fuhr ich etwas später
auch nach Haus.

26.7.2011
Silbersee:

Heut wars so heiß, ich musste
bisschen schwimmen, so fuhr
ich an den See hinaus.
Fuhr in Neckarau schnell auf
die Fähre, Abenteuer weit voraus.
Über den Rhein in schneller Fahrt,
fast wie auf dem Meer, kleine
Wellenberge und kräftig bahnt der
Bug sich schwer. Dann mit dem Radl
weiter, bis an das kühle Nass,
Decke auf den Sand und in die Fluten,
herrlich wars, wie ich vermutet.

27.7.2011
Trinkerin:


Heut bin ich in die Stadt gefahren,
setzte mich hin am Paradeplatz,
sah mich um und hörte, eine Dame
sprach: Wenn nur nicht all die Greise
wären, wo sind die Jungen hin, wenn
nur nicht so viel Böses wäre,
wo sind nur die Vögel hin.
Dann trank die Wodka aus der Flasche,
und übergab sich dort,
wenn nicht selbst gesehen, ich tippte
sehr beflissen auf Selbstmord,
den die auf Raten sucht, und eines
Tages hat sie Glück,
fällt um, durch ein gebrochenes Genick.

28.7.2011
Mittagessen:

Bratkartoffel mit Ei und
Rostocker Kümmelwurst

Hundeplatz:
Heute bin ich auf die Insel,
kam am Hundeplatz vorbei, hielt an
und ging hinein. Dort war gerad
ein Figurant dabei, den Belgischen
zu figurieren. Ich setzte mich
nach nettem Gruß, und sah mir
alles an. Der wurde fit gemacht,
und biss wie eine Zecke, um mich rum
nur Meister, wo jeder hatte einen Beißer.
Danach noch in die Wirtschaft etwas
trinken.

29.7.2011
Heut musste ich,

da die Mikrowelle kaputt
gegangen, eine neue kaufen,
und bin in die Stadt gelaufen.
Habe überall gesucht, bis
ich eine fand.
Nun ist wieder alles klar,
kann erwärmen, wunderbar.

30.7.2011

Heute Morgen lief ich durchs Bordell,
sah die hübschen Weiber Schlange
und an den Koberfenster lächelnd stehn.
Ein paar kannte ich, die meisten warn
mir fremd, rumänische Otternasen halt,
die mich ließen kalt.

31.7.2011
Salzfass zu verkaufen,

las ich heut im Weekend, und ich
rief neugierig sofort an. Was
denn der Sinn des Fasses wäre,
und ob man in der heutigen Zeit
unbedingt ein Salzfass braucht.
Da lachte Meister Gerz kurz auf,
natürlich braucht man ein Fässlein,
grad daheim. Zum salzen, pökeln,
kochen, backen, wer will schon
anfangs was verzwacken, wenn
ich es wollt, ich könne es haben,
so der Meister von Handwerksgnaden.
Ich bedankte mich und lies ihn wissen,
das ich das Salz im Karton hab,
und will es dabei lassen.